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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 1 · p. Seite 67

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 1
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 67 (sequence 15)
Language
German
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zur thalmirdischen Sch-riftdeutzmg. Eine Skizze. 67 mara unter dem Namen anwendet, eine Bezeichnung, die auch in der Mischnah den Anfängen dieses Verfahrens beigelegt wird ('Arakhin 4, 4), aber in derselben noch biegsamer ist und eine weitere Bedeutung hat (vgl. Jomtob 1, 6)?') So verfährt nun die Mischnah im vollen Glauben, daß ihre Erklärungen vollkommen in der Bibel enthalten find, daß ihre Deutungen den wahren Sinn der Stellen ausdrücken; das eregetische Bewußtsein ist,wenn auch noch nicht in ausgedehntem Maße, getrübt und findet in der Buchstäblichkeit und dem Zwange, mit welchem die Stellen gedeutet werden, durchaus nichts Abstoßendes. Es kann demnach nicht davon die Rede sein, daß die Mifchnahlehrer neben ihren Deutungen noch eine andere Bibelerklärung anerkannt hätten, pnd noch weit weniger konnte in ihnen das Gefühl eines Zwiespaltes zwischen ihrer Deutung und den eregetischen Anforderungen sich regen. Wenn sie daher die Ableitung irgend einer Bestimmung aus einer Bibelstelle mit dem Worte bezeichnen (Berakhoth 1, 5; Schekalim 1, 4; 6, 6; Joma 8, 9; Jebamoth 10/ 3; Khethuboth 4, 6; Shotah 5, 1—5z Chullin 5, 5, vgl. Peßachim 10, 4 u. Megillah 2, 2), so heißt dies bei ihnen nicht, auf ungewöhnliche Weift erklären; vielmehr hat diese Bedeutung — die ihm Eliah in Thischbi mit Recht beilegt — erst dann angenommen, als bereits ein Bewußtsein über den Zwiespalt solcher Deutungen mit dem natürlichen Schristsinne vorhanden war, hingegen versteht die Mischnah darunter blos, ein Gesetz entwickeln und zwar meistens, wie an den angegebenen Orten, aus einer Bibelstelle, aber auch einfach, ganz abgesehen von der Vibelstelle (vgl. Joma 1, 6; Ghagigäh 2, 1; Ssanhedrm 11, 2).**) *) Derartige Untersuchungen, welche so wichtig sind zur ErkennLniß der allmäügen Entstehung der Deutungs- und Schlußweisen des Thalmuds, bat Hr. Hirsch ftld ganz übergangen. **) Hiemit nehme ich auch die Vermuthung zurück, welche ich in meiner Schrift: Was hat Mohammed aus dem Zudenthum ausgenommen? S. 52 aufgeßellt habe, daß.das Wort in der Bedeutung : .gesucht erklären, deuteln, in den Koran übergegangen sei, indem das Wort damals einen solchen Sinn noch gar nicht angenommen hatte. Schon de Sach hatte in seiner Reeen- ' siyn (Journal des savsns 1635 Nars) einen leisen Zweifel aus- 5*

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