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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 1 · p. Seite 61

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 1
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 61 (sequence 9)
Language
German
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zur thalmudifchen Schriftdeutung. Eine Skizze. 61 sich auch ernstgemeinte Erklärungen zur Begründung von Bestimmungen in den Gesetzen, die theils sehr buchstäbelnd, theils auch noch mehr als dies, nämlich sehr gezwungen sind. Wir brauchen selbst die Bedeutung Quell findet sich für blos in Verbindung mit und niemals hat das Wort die ausschließliche Bedeutung : Neinigungsbad, wie es sie in der Mischnah angenommen, und die Hier vorgenommene Deutung ist demnach schielend und spielend« — Ebenso die zweite Stelle, welche lautet: „Samuel war nach der Ansicht des N. Nehorcii ein Nasiräer, denn es heißt (in der Verpflichtung, welche seine Mutter Hannah übernommen, 1 Sam. 1, 11): ein Scheermesser soll nicht auf sein Haupt kommen; nun findet sich derselbe Ausdruck auch bei Simson (bei den Anordnungen des Engels an dessen Mutter Nicht. 13, 5), und da soll er bezeichnen, daß Simson ein Nasiräer werden solle (wie der Verfolg des Verses sagt: denn ein Nasiräea (Geweihter) Gottes sei der Knabe von Mutterleibe an), so soll er nun bei Samuel ein Gleiches bezeichnen. N. Joße wandte ein, heißt ja blos Bangigkeit vor Menschen (und der Sinn ist demnach an Leiden Orten, daß sowohl Simson als Samuel vor Niemanden zagen werden); N. Nehorai antwortete: allein es heißt ja (1 Sam. 16» 2): Und Samuel sprach: wie kann ich gehn, Saul möchte es hören und mich umbringen; woraus hervorgehr, daß er wohl Furcht vor Menschen gehabt." Daß nicht Furcht bedeutet, sondern (Ps. 9, 21 ist unsicher), daß der Ausdruck „Furcht komme nicht auf sein Haupt" ganz ungeeignet wäre, während bei den Bestimmungen über den Nasiräer (4 M. 6, 5) der ähnliche Ausdruck gebraucht wird: „Ein Scheermesser fahre nicht über sein Haupt", daß endlich bei Simson das Wachsen lassen des Haares ein Hauptmoment in der Geschichte bildet und er selbst sagt (Nicht. 16, 17); „ein Scheermesser ist nicht auf mein Haupt gekommen, denn ich bin ein Nasiräer Gottes von Mutterleibe; werde ich aber geschoren, so weicht meine Kraft von mir," — alles dies spricht zur Genüge dafür, daß Scheermesser bedeutet und die Verwechselung der Bedeutungen ist daher blos ein Spiel. — Jedoch ist das Alter dieser beiden Stellen verdächtig; dem Schluffe eines Mischnahtractates wurden nämlich häufig hagadische'Sätze aus späterer Zeit angeschlossen^ wie dies bei Shotah, Makkhoth, 'Ukzrn bekannt ist, wo sogar die Personen der nachmischnaitischen Zeit angehören , und so mögen daher auch diese Stellen (welche sich auch in der Thoseftha nicht finden) — Wenigstens der Schluß, in

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