Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 8)
- Language
- German
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60 IV. Das Verhältnis des natürlichen SchriftsinneS führte. Die Saducäer und Böothiusäer kämpften nämlich gegm die Gescherweiterung an, strenge an die biblische Vorschrift sich haltend, und ihnen gegenüber mochte man Wohl auch seine Ansichten aus der Schrift zu. erweisen suchen (vgl. Makkhoth 1, 6) Meuachoth 10, 3) Parah 3, 7; Jadajim 4, 6—8). — Neben agadischer Erweiterung des Schriftsinnes, z. B. der Anwendung von Versen auf gegenwärtige Zustände (mit dem Ausdrucke MN oder u. dgl.. vgl. Peah 8, 9; Chagigah 1, 5. 6. 7; Nosch ha-schanah 3; 11; Sukkhah 2, 6) Tha'anioth 3, 8) Kidduschiu 1, 10) Shotah 1, 9 u. A.), oder Symbolisirungen und Verallgemeinerung eines sittlichen Gedankens, wovon die Mischnah treffliche Beispiele uns hin- Lerläßtsvgl. z. B. Nosch ha-schanah 2, 9; 3, 8) Tha'anioth 4, 8) Nedarinr 3, 11) Ssanhedrin 4, 3; 6, 2. 4) 10, 1—4) 'Edujoth 2, 9 und 10) Meuachoth 13, 11 u. a.), wobei uns freilich manches weit getriebene Spiel mit den 28orten nicht erspart ward (vgl. z. B. Joma 8, 9) Nasir 9, 5*) —..neben derartigen Deutungen finden *) Die erste Stelle enthält nach dem vortrefflichen Satze: „Sünden, welche der Mensch gegen Gott begeht, sühnt der große Bußtag, die er aber gegen den Nebenmrnschen begeht, kann der Bußtag nicht sühnen, er müßte denn zuerst den Verletzten mit sich aus- -gesöhnt haben; dies folgerte N. Cli'eser b.'Asariah aus folgender Stelle (3 Mos.'46, 30): von allen euren Sünden sollt ihr vor Gott rein sein (im Terte stehn die Worte: „vor Gott" unrnittel^ bar nach „Sünden", so daß es dann heißen könnte: vor allen euren Sünden vor Gott d. h. die ihr gegen Gott begeht — sollt ihr rein sein) also Sünden gegen Gott" re. — nach diesem Satze folgt dann: „N. 'Akiba sprach: Heil euch, Israeliten, vor wem reinigt ihr euch und wer reinigt euch? Unser Vater im Himmel! Denn es heißt (Ezech, 36, 25): ich sprenge über euch reines Wasser, daß ihr rein werdet, und ferner heißt es (Jer. 17,13): ein Bad Israels ist der Herr, l wie ein Bad die Unreinen reinigt, so reinigt auch der Heilige, gelobt sei Er, die Israeliten". Es versteht sich von selbst, daß dort nicht ein Bad heißt, sondern Hoffnung, in dieser Bedeutung eine spätere Bildung und nur in Jeremias (noch 14, 8; 50,. 7) Chronik (I. 29» 15) und'Esra (10, L) vörkommend; allem