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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 1 · p. Seite 57

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 1
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 57 (sequence 5)
Language
German
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zur thalmudischen Schriftdeutung. Eine Skizze. S7 gende- und Treibende in ihr durchblickt, wirds sie immer dichter, immer 'finsterer, und der Geist ist ihr abhanden gekommen, bis er dann endlich in andern .Gebieten eine neue Stätte sich bereitet und nun neuerdings den Kampf mit der, zwar nicht thierischen, aber doch .entgeisteten Form beginnet und die höhere Versöhnung zwischen dem innerlich Belebenden und äußerlich Hervortretenden allmalig bewirkt. — Als die prophetische Zeit beendigt war, war die zweite Epoche unter den Juden eingetreten; man nahm das aus der biblischen, innigen religiösen Anschauungsweise, wie sie in der Zeit sich offenbarte, Geborene als Resultate und Gesetze auf, aber der höhere Gehalt, der in ihnen lag, war damit-noch nicht durchgedrungen, und um so fester hielt man sich an alle einzelnen Gebote. Von nun an zeugten diese, nicht mehr das in ihnen lebende höhere Prineip selbst, und sie zeugten, wie das bei Allem, was blos äußerlich geworden, natürlich ist, in großer Anzahl. Um die selbstständig gewordenen Gebote der Bibel, namentlich des Pentateuchs, in allen Lebensfällen gehörig ausüben zu können, mußten sie näher bestimmt-genauer nach allen Einzelnheiten erörtert und auch diese gesetzlich festgestellt werden; damit den biblischen Geboten -Nichts entzogen werden könne, mußten neue hinzutreten,, welche verhüteten, daß man zur Verletzung des unter allen Umständen verpflichtenden Gebotes keine Veranlassung habe; doch traten auch Verhältnisse ein, welche zu neuen Einrichtungen und selbst zu kleinen Modificatianen der biblischen Vorschrift nöthigten. Das Erste ist die Erklärung der biblischen Vorschriften das Zweite deren Umzäunung (.^0), das Dritte deren zeitliche Gestaltung, zuweilen auch Umgestaltung Wie die zwei letzten Arten der Gesetzerweiterung nicht in der Bibel - enthalten sind, sondern die geeignete Ausführung der in derselben befindlichen Verordnungen möglich zu machen bezwecken, so ist auch die Erklärung ursprünglich keineswegs als eine solche aufzufassen, die das Wort und wen Satz sprachlich ins Auge faßt, sondern der Art, daß sie die Sache, den Inhalt aufnimmt und denselben nach der reichen Fülle der Lebensfälte, nach den verschiedenen Umständen, die sich mit dem Gesetze verknüpfen, näher bestimmt; diese näheren Bestimmungen sind also gleichfalls keineswegs in der Bibel enthalten, sondern sie ergeben sich entweder, nach^ der damaligen

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