Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 9)
- Language
- German
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32 HI. Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. Es ist oben ferner bemerkt worden, daß der Heide nicht wußte, wie viele- Götter er hätte. Die in den letzten Zeiten fast unzählbar gewordene Menge der Götter, gab doch noch der Idee von unbekannten Göttern Raum. Mit welcher Ängstlichkeit nun der Mdanke, daß man eine der unbekannten Gottheiten beleidiget oder auch eine der bekannten vergessen haben möchte, den heidnischen Qpferdienjh erfüllte, ist bekannt, und welche Unruhe und Besorgniß mußte ein solcher, seiner Unvollkommenheit sich selbst bewußter Glaube und das Mißtrauen, das man in die Mittel, die Gottheit sich gnädig zu machen, setzte, in das ganze Leben des Heiden bringen, zumal in Verbindung mit dem Wahne von dem Haß, dem Neide, der Rache, der Unversöhnlichkeit und Blutgier wenigstens einzelner Gottheiten! Was mußte -man da in Tagen des Unglücks und der Trauer empfinden! Woher sollte man Trost und Beruhigung, wahre Stärke des Herzens nehmen? Eben diese Unklarheit in den Beziehungek zu einer Götterwelt, die man in ihrem Wesen uyd in ihrem Umfange nicht begriff und der man es nicht recht zu machen wußte, machte, daß man sich verzweifelt und versuchsweise jedem neu angepriesenen Cultus in die Arme warf, und öffnete auch Griechenland und namentlich Rom allmälich jenen, abscheulichen, bluttriefenden Culten Asiens mit ihren Menschenopfern, ihrem PhalluSdienste und aller Unzucht und Grausamkeit. Diese wenigen, unvollständigen Andeutungen, die im Einzelnen zu verfolgen uns hier zu weit führen würde, werden genügen, um darzuthun, daß die, für die Ruhe und das Glück der Menschheit so nothwendige Idee der Heiligkeit und Liebe Gottes, die auch in der Gerechtigkeit und mit Allmacht wirket, daß diese Idee nur innerhalb des Monotheismus möglich ist und daß hier allein das Verhältniß der Menschen zur Gottheit klar, würdig und befriedigend sich'darstellen konnte. Die Einigkeit des Schöpfers und der ein heiliges Vertrauen einstößenden Vorsehung einerseits, und andererseits die Einigkeit der höchsten Beziehungen der Menschen zu ihrem Schöpfer, die Einigkeit einer Liehe, die alle Empfindungen des Herzens, die ganze Geltung des Lebens und alle Kräfte und Mittel des Daseins in sich aufgehen lasse, einer Liebe, die mit der Ehrfurcht Eins ist, mit der Dankbarkeit und dem Vertrauen dieselbe Quelle'? M.und'-in -dem' -Gehorsam,- N -eimr Treue bis zum