Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 5)
- Language
- German
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48 III. Dev Monöcheismus in sittlicher Beziehung. und allen Kräften."*') Diese Sätze bezeichnen, wie den Schlußstein der religiösen Erkenntnis;, so den höchsten Ausgangspunkt, die Urquelleder sittlichen Beziehungen. Was konnte der Heide hiervon begreifen? welches Verhältnis' konnte sich, im Wege eines. vollen, sittlichen Bewußtseins, zwischen ihm und der Gottheit gestalten? Die Zersplitterung der höchsten Idee eines Gottes in die vieler Götter^ mußte' zugleich die Einheit und Bestimmtheit' des Begriffs von dem, was das Wesen', die eigentliches innere Natur der Gottheit' sei, zerstören.- Man wird wohl hier und gegen das im Frühern Bemerkte nicht einwenden, daß es unter den Heiden Männer gab, die höher standen, daß in den Mysterien Besseres gelehrt wurde: Wir wollen jetzt in die Frage nicht eingehen, wie weit dies Bessere ging, ob der weise Sokrates und der „göttliche" Plato, Männer, die allerdings auf einer hohen Stufe der Anschauung standen, ob sie Monotheisten im vollkommenen Sinne warenIst dies bei ihnen und (s. d. angef. Aöhandl. S.. 29) und namentlich auch hier nicht: S e elej, wie es meist übersetzt wird, sondern es bezeichnet d a s Leb ens nach seiner irdischen (thierischen) Form und Erscheinung, wie es namentlich an deM Blute haftet, und also durch Vergießen desselben vernichtet wird (U1>^ 2^ 3 Mos. 17, 11.). Die bekannte Erklärung der Nahbitten; „liebe Gott, - auch wenn es dein Leben kostet," ist also vollkommen entsprechend. Me.Bezeichnung für den geistigen Inhalt des Lebens ist für seinen göttlichen Ursprung ^) 5 Mos. 4, 35. 6, 4. 5. ' s ^^) Nur so-viel sei hier gestattet anznd.euten, daß , wenn Sokrates - entschiedene Begriffe von der Einheit Gottes hatte, es Wohl natürlich gewesen wäre, seine Gedanken über Unsterblichkeit klar und Verbindung zu bringen. / Ein feierlicheres und größeres Vermächtniß hätte er seinen Schülern in cher letzten Stunde seines Lebens nicht hinterlassen können. Umsomehr mußte er wohl vermeiden, sie irre zu führen, indenl er, statt von Einem Gotte zu reden, sich so ausdrückt, daß