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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 1 · p. Seite 46

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 1
Article
Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
Date
1844-01-01
Page
Seite 46 (sequence 3)
Language
German
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46 III: Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. von diesen, unter einander organisch zusammenhängenden, sittlichen Grundgesetzen war den Heiden in seiner vollen Klarheit, in seiner fichernVegründung und in dem ganzen Umfange seiner vielseitigen Anwendung aufgegangen. Was sich ihnen in diesem Gebiete von richtigen Begriffen darbot, war wie die Splitter eines zerstörten Ganzen, wie der schöne Schaft einer umgestürzten Säule, nicht mehr fähig, das Gebäude des Lebens zu tragen; denn als die Göttertempel erstanden, in ihrer äußerlich herrlichen Pracht, fiel die Religion und die in ihr allein-wurzelnde wahre Moral in Trümmer. Was von der Weisheit des orientalischen Heidenthums, mit seinem Zerrbilder-Gottesdienste verlautet, kann diese Ueberzeugung nicht erschüttern. Eher könnte es das, was von den Griechen an Schriften und Nach lichten auf uns gekommen ist. Die wunderbare Harmonie des griechischen Seins, wie es uns wenigstens vor Augen stehet, die herrlichen Charaktere, die aus diesem reich gebornen Volke hervorgingen, die große und gerechte Vorliebe, die wir von unfern Schul- und Universitäts-Jahren her für das classische Alterthuur in uns tragen, das nicht nur durch seine Thaten unfern Geist erhob, unsere Phantasie bezauberte, sondern selbst durch seine Mährchen und Mythologieen, weil es sie mit seinem.Gedanken-Neichthum durchwob, mit seinem kaum mehr wiederkehrenden Schönheits-Sinne so reizend, so sinnig zu schmücken wußte —dies Alles kann uns eine Zeitlang täuschen. Aber betrachten wir jene Fabeln als das, was sie der Menge wirklich waren, als Religion, der die Tempel erbauet, eine zahllose Priesterschaar geweihet blieben, stellen wir uns .jene. Unsittlichkeiten alle, .jenes kleinliche Treiben, derGötter vor, an die man glaubte, die man verehrte, betrachten wir zumal das griechische Heidenthum in der (im Keime längst vorbereiteten) Entartung, man könnte wohl sagen, naturgemäßen Entwickelung , seiner letzten Zeiten, verfolgen wir, nach allen ihren Richtungen, jene immer mehr zunehmende Unsittlichkeit, nachdem die alte, einfache Sitte längst geschwunden und die große Idee der Vaterlandsliebe längst die.Macht verloren hatte, sich die Leidenschaften unterzuordnen, thun wir endlich einen tiefern Blick in den Lrost- und ruhelosen innern Zustand des Heiden, als solchen, in seine innere Zerrissenheit, Ln jenes quälende Gefühl eines unbestiedigten höhern

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