Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Aufgabe der Gegenwart
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Z2 I. Die Aufgabe der Gegenwart. giöse Musik -und Gesang .sittd.sicherlich di gechznetsten Mittel,.WM Minüth in andächtige Stimmung ^zu versttzerr. Allein sie sind doch immer nur im Stande, ein unbestimmtes, Verschwimmendes Gefühl zu erwecken, und .erst der Te.rt',der Gesänge soll diesem ganz allgemeinen Gefühle die Bestimmtheit geben, soll das Gefühl zur ErkeMtniß steigern. Vertan man selbst. bei der Oper, wo die Kunst das herrschende Princip ist und der Inhalt dem ästhetischen Wohlgefallen nur dienen soll, dennoch dramatischen. Gesang, so muß der religiöse Gesang, der dem Inhalte dienen, ihn heben soll, gewiß auf die Erfüllung dieser Bedingung dringen, und so kann ja dessen wahre Wirksamkeit erst dann erfolgen, wenn er einem angemessenen Terte-zur würdigen. Begleitung dient, und die Frage wird wieder aus den Inhalt zurückgeschoben. — So sehr demnach die Verschiedenen VerbesserungSversuche in dem Gottesdienste freudig zu bewillkommnen sind, als Zeichen eines hervorbr.echenden bessern Geistes, und so sehr auch solche Bestrebungen, wenn sie auch stark hinter dem Ideale zurückbleiben, fortgesetzt werden müssen, so bleib doch die Zufriedenhett mit ^diesem Zustande , die. Selbstgefälligkeit, welche sich in solchen Einrichtungen abspiegelt, ein wahres Übel, das wie jede Halbheit noch gefährlicher ist als der volle Gegensatz. — Und die.Predigt? Nun, - ein so wesentliches, bindendes und belebendes Moment sie ist, ja so sehr , sie auch, wenn sie aus einer^ - acht religiösen Anschauungsweise hervorgeht und der Prediger der uöthigen Befähigung nicht entbehrt, die wahrhafte. Trägerin des Lebenspendenden Geistes, das einzige Element in unserm Gottesdienste ist, welches die zerstreuten Glieder in's Gotteshaus ruft: so ist doch wahrlich von ihr nicht das Heil zu erwarten, wenn sie nicht an eine bestimmte ausgesprochene und anerkannte Richtung sich kntehnen kann. Was ist denn die Predigt? Sie ist der populäre Ausdruck einer 'wissenschaftlich ftstgestellten und ausgearbeiteten Überzeugung; sie ist die gegliederte und moLivirte Ausführmng eines religiösen Satzes, der im religiösen Bewußtsein des Volkes, sei - es auch getrübt und verworren , seine Anknüpfungspunkte', hat: sie hat demnach an Solches anzuknüpfen, das beim Hörer vorausgesetzt wird, sie hat verständlich zu machen, was in der Wissenschaft bereits seine volle Anerkennung gefunden. Wie aber nun, wenn die Wissenschaft sich nicht in ihrer vollen Eonsequenz aus-