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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 1 · p. Seite 31

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 1
Article
Die Aufgabe der Gegenwart
Date
1844-01-01
Page
Seite 31 (sequence 31)
Language
German
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ZI I. Die Aufgabe der Gegenwart was eine solche Verbesserung sein sollte —- das Prineip verleugnete und daher jenem die Nahrung zufuhrende Wurzel abschnitte, so daß es saftlos dastehn müßte. Oder ihr glaubt, das Ideal eines jüdischen Gottesdienstes sei erfüllt? ' Nun, wohlan, wählt euch den am meisten gereinigten! Wie findet ihr ihn? Was die Sprache betrifft, so ist diese bald, in den biblischen Stücken, acht -hebräisch, größtentheils, in den älteren Gebetformeln, späthebräisch, das heißt ein Idiom, das niemals lebendig war, zum Theile, nämlich in den Piutun, von denen Einiges überall beibehalten ist, das Zerrbild von Sprache, ein willkürlich und mit Verkennung der Sprachgesetze geschaffenes Ding, und neben dieser heiligen Sprache,- der Sprache der Propheten und was man mit ihr aus Unkenntnis; verwechselt, kommt noch ein Thcil Gebete in — chatdäischer Sprache, und, wenn es gut geht, bei dem veränderten Gottesdienste, auch deutsche Gebete und Gesänge. Welch ein einiges, lebendiges Religiöses Bewußtsein sich da in dieser Sprachverwirrung wohl aussprechen mag! Daß die Gebete alle übersetzt sind und der einzelne Betende daher sich abschließend zur innern Einheit gelangen kann, nützt dem Gottesdienste, eben als dem Alte umschließenden, nichts. Und das kann euch genügen? O ihr Genügsamen! —- Und der Inhalt? Da hat man wieder- Mancherlei gestrichen, Nachegebete, Legenden erzählende und an Anthropomorphismen reiche Piutim, sogar auch Gebete, welche die Sehnsucht nach Palästina und dem jüdischen Staate mit seinen Opfern ausdrücken, und in den Übersetzungen hat man mannichfach unsernr religiösen Gefühle gemäß nachgeholfen und selbst den Sinn umg'ewandelt) allein die Gebete sind doch alle aus einem Guffe, drücken eine und dieselbe religiöse Anschauungsweise aus, und nimmt man ihnen das Eine und das Andere hinweg, so hat man wohl einen alten Torso, aber kein neues Ganzes gemacht, und die Übersetzungen , selbst wenn sie ein gerundetes Ganzes lieferten, so sind sie doch nicht das Synagogengebet. Also bleiben die Versuche um Reinigung der Gebete trotz ihrer Verdienstlichkeit doch - ein Stückwerk, so lange sie nicht die in allen Ansichten und Lebensverhältnissen geweckte neuch dem wahren Geiste des Judenthums entsprechende Anschauungsweise haben. Und beim Stückwerke - wollt ihr - euch - -- beruhigen?Und die Form? Reli-

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