Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Aufgabe der Gegenwart
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2929020-2929041-2929043-2932041--2660-2932092- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1. Die Aufgabe der Megenwart. 29 gung der Lebmswahrheit, . welche als Eigenthum des Judenthums dessen Glieder innner mehr erfüllen soll, anstrebend. Dahin sollen die Führer des Volkes und die Gelehrten vornehmlich wirken, nicht in ' dualistischer Theilung .zwischen Religion und /Wissenschaft scheidend, nicht sie in. sich zufällig vereinigend, sondern Leide innhrer uothwendigen Wechselwirkung, in.ihrem Einssein in sich aufneh- . mend^ uud. darstellend. Daran soll sich die Gesammtheit 'je nach ihren Kräften und ihrer Srellung Letheiligen, und so die Aufgabe der Gegenwart, erfüllen wollen. Thöricht jene, die da immer eiu Fertiges halnn wollen ohiie eignes.Zuthuu: „gebt uns ein..Ganzes, jammern sie oder höhnen sie, an das wir ohne weitere Anstrengung uns anschließen") thöricht die sschwächlichen Gemüther, die einen Pfühl haben möchten, auf denn sie -Leguenr ausrnhcn können, die gern schwelgen möch.Len im-geistigen Genüsse, aber die Arbeit scheuen, um sich ihn zu erwerben. Wer vom Vaurne der Erkenntnis essen will, doch ohne daß sein Schweich ihn benetzt hätte, der'wird heute .wie ehedem aus dem Paradiese gejagt) wer genießen will,, muß mitpflanzen und am Wachsthunle arbeiten, dann kann er auch die Hand ansstrecken nach der. Frucht, ja im Pflanzen genießt er schon. Könnt ihr. nicht so ganz voll Mitarbeiten zur innern Förderung der Erkeuntniß, so arbeiteL nnt dm äußeren Leben, daß dort die Hindernisse weggeräumt. werden, welcheder. Durchdringung der lebendigen Bewegung, der reinern neuen, weil von dem Jrrthume und der Geistlosigkeit der Zeiten verschütteten, religiösen Anschauilngsweise sich in den Weg stellen, unduhr werdet dann immer kräftiger den Pulsschlag des neu erwachten Lebens fühlen, imnier strahlende.r seine ' Äußerungen hervortreten sehn. Nicht minder thöricht, aber zugleich fast frevelhaft verfahren jene, die in schaler Zufriedenheit auf halbem Wege stehen bleiben wollen,^ mit gespreizter oder naiver Selbstgefälligkeit auf ein wenig Ordnung in der Synagoge, ein wenig Choralgesang beim Gottesdienste, einen mehr oder weniger correctm deutschen Vortrag .unter dem Namen der Predigt u. dgl. hinzeigen und nun damit das Ziel der. Arbeit erreicht, das Ende der Tage herangekommen sehn.. „Ruht nicht friedlich unter uns der Wolf der Aufklärung bei dem Lamme des Glaubens? rufen sie triumphirend aus) wie hübsch geordnet Alles ist nach den Ansprüchen der.Zeit, .unh doch nicht ein Titelchen alter Religiosität-