Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Aufgabe der Gegenwart
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
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28 1 Die Aufgabe der Gegenwart. von der reinen'Erkmntniß des Judenthums durchdrungen sein, sie abspiegeln, die Wissenschaft soll' in: Leben ausmünden.; anerkannt soll die Idee werden, welche das Wesen des Judenthums ausmacht, anerkannt und ausgesprochen und daher auch ausgeprägt im Gottesdienste, ihren populären, gemüthlichen Ausdruck finden in -Predigt und Neligionsunterricht, die Vertretung erhalten im Geistlichen, im^Rabbiner, dieser nachgewiesen und begründet werden durch die ^Wissenschaft und' die Geschichte, die deren Durchgehn durch die Zeit begleiten und uns durch die tiefen Schachten, welche sie Hauen, und die uns erst durch Grubenlichter sichtbar werden, ans freudige, Helle Tageslicht führen sollen. Das Streben um die allgemeine Bildung und um den Anschluß-an die Zeit in allen -Beziehungen des bürgerlichen Lebens solldarin sein höheres jüdisches Moment erlangen, daß nicht blos der Einzelne, der' zufällig Jude Ast, nicht zurückstehe hinter dem nichtjüdischen Bruder, sondern daß gerade die jüdische Gesammtheit als solch cg und als Mitglied derselben daran theilnehmend der Einzelne, einen integrirenden Bestandtheil ausmache in dem geistigen Leben der Menschheit und zur ganzen Cültur und namentlich zur religiösen Entwickelung gebend wie empfangend, ausströmend wie ausnehmend sich 'verhalte. Wie das Judenthum ehedem Aas Christcnthum,^ den Mohammedänismus und die neuere Philvsophie in Verbindung miL KritiL (Spinoza) gezeugt, so soll es auch nun seine volle Zeugungsfähigkeit beweisen, aber nicht in einer Schöpfung, - die sich ihm dann entfremdet, sondern in eigner Durchdringung und Belebung, in geistiger Erfüllung mit der richtig erkannten ihm zu Grunde liegenden Idee l und so dann weiter hin mit eingreifen in den großartigen geistigen Prozeße den die Menschheit durchzumachen Hat. Don diesen: Standpunkte aus soll undmuß ein wahrhaft jüdisches Streben nach der Verbreitung nützlicher Kenntnisse unter den Juden, nach Erringung bürgerlicher Gleichstellung ausgehn, in ihnen die vorbereitenden Thatsachen für eine höhere geistige MitwirksamkeiL erkennend, > nicht aber mit ihnen abschließend. Bon diestur Standpunkte aus muß das Streben, um veredelten Gottesdienst ausgehn, in ihm eine adäquate Äußerung einer höheren, lebendigeren, religiöseren Auffassungsweise suchend, von ihm das. Verlangen nach .Predigt und Religionsunterricht) in ihnen die faßliche und ' anregende)Aüsprä-