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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 1 · p. Seite 27

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 1
Article
Die Aufgabe der Gegenwart
Date
1844-01-01
Page
Seite 27 (sequence 27)
Language
German
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I. Die Aufgabe der Gegenwart. 27 den scharfen Luftzug, und gar die Klagen, die klagten, wenn sie früher mit thätig gewesen, über die Unbesonnenheit, die den schönen Bau, welchen sie so recht still und behaglich aufzuführen gedachten — wobei sie nur eine Kleinigkeit, die Legung des Grundsteins, vergessen hatten —ihnen nun störe, und waren sie btos Zuschauer, so zuckten sie mitleidig die MM über solch fruchtloses, geräuschvolles Beginnen. Ihr geht; riesen die Einen, und wir wollen ja stehn bleiben; ihr geht zu weit, riefen die Meisten, wir wollen euch nicht Nachkommen, wir können euch nicht Nachkommen,, die Menge kann euch nicht Nachkommen. Gegenüber erscholl es zur -Antwort: wir müssen Bewegung haben, so wir den Geist und das Leben nicht verlieren wollen, die in der Bewegung sich offenbarm; wir haben lange genug eingesessen, wir müssen gehn, rasch gehn, weit gehn, so wir wieder Wärme und Kraft gewinnen wollen^ laßt uns nur vorangehn, ihr werdet uns schon Nachkommen, ihr müßt uns Nachkommen, und sollte es auch mit mancher Mühe und manchem Opfer geschehn. Doch konnte dieser Nuf nicht alsbald nützen, und hart waren die Prüfungen, denen die Männer sich zu unterwerfen hatten, welche ohne Scheu die Gegenwart wahrhaft beleben wollten. Und dennoch drang das Leben bald wunderbar durch, wenn auch natürlich nicht in seiner vollen Kraft; Reform ward das Feldgeschrei überall, in großen wie in kleinen Gemeinden, und ein neues Band umschlang und umschlingt die Judenheit immer fester, seltsam dem oberflächlichen Blicke, der blos Auslösnug fleht, verständlich und erfreulich dem Tiefschau enden: das Streben nach dem Aufbaue des äußern Judmthums auf dm Säulen des erkannten inneru, Veredlung im Ganzen wie im Einzel Wer hört nicht den Flügelschlag des 'Geistes, der überall sich regt? wer sieht nicht das emsige Leben, wie es überall drängt und treibt, klar und unklar, bewußt und unbewußt? Das ist religiöser Geist, das ist religiöses Leben, die zwar noch nicht die rechten Formen gefunden' haben, um in sie sich auszugießen, zwar noch nicht in die ihnen angemessenen Gestaltungen einzugehn vermochten, aber in der ihnen inwohnmdm Kraft schon den passenden Leib sich bilden werden. / So sind wir denn auch auf dem historischen Wege zur wahren Aufgabe der Gegen wart rorgedrungm. Das Leben soll

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