Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Aufgabe der Gegenwart
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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26 I. Die Aufgabe der Gegenwart. stehen, aus diesen ergab, sollten und sollen sie auf ein Hexvor- - .treten des religiösen Geistes binarbeiten, sollen sie ihn zum Bewußtsein der Hohem wie der Niedrigen, bringen, die Gttfernung der Formen, in welchen eine verkehrte, erstorbene Anschauungsweise sich darstellt, und die Geburt neuer Formen und' die wahre Belebung der ächten alten anstreben. Die ganze Aufmerksamkeit durste nicht mehr blos auf das Eine oder das Andere gerichtet sein, und nicht die Wissenschaft sollte, losgeschält von dem Einflüsse auf's Leben, überwiegmde Geltung haben: ein harmonisches Ganzes galt und gilt es nun, das volle Herz und der volle Geist in ihrem Einklänge sollen frisch hervorsprudeln. Was nützt das Zupfen und das Zerren, das Mäkeln und das Feilschen, das Flicken und das Ausbessern? Damit wird nimmermehr ein tüchtiges, solides Ganzes erworben, wenn nicht von der historisch erkannten Wahrheit aus/alles Unwahre bekämpft, wenn nicht der ächte lebendige jüdisch-religiöse Standpunkt ergründet und von ihm aus alles Irreligiöse und Todte in seiner Nichtigkeit nachgewiesen wirw So begann man im vorigen Jahrzehend zu denken, und was man dachte, das begann man auch zu unternehmen, freilich erst schüchtern und leise, dann etwas muthigev und lauter, die Vergangenheit nicht verleugnend und mit ihr brechend, sondern das wahre Leben aus ihr ziehend und daran anknüpfend, die Gegenwart nicht verschmähend, sondern für sie Alles verarbeitend. Das war und ist eine schwere Arbeitda genügte nicht der Muth, der kühn das Wort heraus spricht, und nicht die Einsicht, die.das Wahre zu ^ergründen weiß, verbinden mußte sich Muth und Einsicht und die unermüdliche Ausdauer zur Bundesgenossin sich wählen. Daß der Versuch bald freudig begrüßt wurde, wie ließe daran sich zweifeln, da das innerste Leben der Zeit angeregt) der Zauber, der die Geister gebannt, mit Heilkräftigem Worte-beschworen.wurde? Allein nun regten sich auch die bösen Geister der Tiefe, die spukenden, besitzenden Dämonen, und greulich war der Lärm, den sie anstifteteu. Jene, die nimmer das hehre Reich der Wahrhell vermögen und dem ewigen Tode verfallen sind, riefen Weh und Much aus über solchen Frevel: die Andern, die, nicht warm und nicht kalt, das Wehen des religiösen Lebens nicht durch sich ziehen /ließen und sich nur immer ab finden wollten , die ,jammerten-über