Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Aufgabe der Gegenwart
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
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K-'DieL-ÄufgaLe der Gegenwart/ 2.1 lksieir und sogar sich versperrten, fanden sie nun überall Zugänge zu ihm und machten sich mit ihm vertraut. Hiemit war nun der abgelebten Richtung ihre letzte Stütze entzogen^ der Glaube an ihre Gelehrsamkeit verwandelte sich in das Gegentheils eine wahre jüdische Gelehrsamkeit bildete sich aus, welche die frühere sogenannte,'soweit gesunde Elemente in ihr waren, in sich faßte oder fassen sollte, diese aber in Verbindung mit bisher Ungeahntem brachte und sie daher ganz anders verarbeitete und erst zur. wissenschaftlichen Höhe emporhob.—- So groß nun der Fortschritt war, der in dieser geistigen Thätigkeit lag, so sehr auch in dem fast erstorbenen Erbe der Vergangenheit neues Leben geweckt wurde und so innig das Band war, welches an jüdische Geistesentwickelung knüpfte: so war dies Alles doch fast ausschließlich für wenige Auserwählte, das Leben war ein lediglich wissenschaftliches, das Band ein zartgewobenes, das die harten Knochen der Masse nicht zu umgürten vermochte. Die Erkenntniß der Vergangenheit muß Leben spendend für die Gegenwart werden, die Geschichte muß auslaustn in eine gesunde Gegenwart, so daß, wie in den Thatsachm der Vergangenheit dieAusprägung des damaligen Geistes und der damaligen ganzen Entwickelung gefunden wird, auch die Gegenwart die volle Äußerung der gewonnenen höhern Erkenntniß sich nicht von hohem Throne herab darf die Wissenschaft kalt und gleichgiltig auf die armen Menschenkinder, die unten wandeln, hinsehn, wartend ob sie zu ihr hinanklimmm, was sie nimmermehr in Masse thun werdensondern bestrahlen und erleuchten-muß sie'die Gesammtheit, wie ein Lebensstrom-Alle durchrauschen. Die Wissenschaft hatte begonnen unter Denen, die,, mit den praktischen Zuständen unzufrieden, vor ihnen flüchteten, sie mußte nun sich auch bei Jenen eine Stätte suchen, die mit. denselbenwen Kampf einzugehn 'und auf deren Umgestaltung zu dringenentschlossen waren, und daß namentlich die Rabbiner diesen Beruf hatten und haben, ist nicht zu verkennen. Erstarkt an dem Studium der Vergangenheit, so ausgerüstet mit der klaren Erkenntniß des religiösen Geistes, welcher den Kern des Jüdenthums bildet, mik der Einsicht in die Gestaltungen, welche derselbe annahm, und den Entartungen, ür die er eingehen mußte, aber auch durchdrungen von dem religiösen Bedürfnisse und dessen Anforderungen, wie es sich ihnen, die mitten in den Verhältnissen