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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 1 · p. Seite 15

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 1
Article
Die Aufgabe der Gegenwart
Date
1844-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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15 s. Die Aufgabe der Gegenwart. zogen, dem neuen möglichst zugewandt werde. Hier war das Bestreben bereits aus einem vereinzelten Gegenstandes der noch dazu der Anschauungsweise, soweit sie wenigstens das alte religiöse Gesetz für sich hatte, sich anpassen ließ, in den Mittelpunkt eingetreten, und da mußten allerdings wieder bedeutende Schwierigkeiten hervortreten. Einen Rabbiner, der wissenschaftliche Bildung mit Kenntnis; des Judenthums nach seiner damaligen Gestaltung vereinigte, verlangte man nun, und wiederum wagte Hamburg, .am Anfänge des dritten Jahrzehmds, mit frischem Muthe und jugendlicher Kraft den bedeutenden Schritt. Fragen wir hier nicht, ob seine Wahl eine glückliche war; genug, es setzte einen jungen, unverheiratheten Mann, der äußerlich durchaus Nichts von altem Zuschnitte hatte, hingegen im Rufe umfassender gelehrter Bildung stand-, an die Spitze des religiösen Gesammtwesens der Gemeinde. Ein dumpfes Erstaunen erfüllte die Gemüther; aber was ließ sich gegen eine Person sagen, die sich noch keineswegs als Vertreter eines neuen Prineips hingestellt hatte? Als gar bald ersichtlich war, daß die-, selbe im'Gegentheile der alten Anschauungsweise sich in die Arme warf, da söhnten sich deren Anhänger, obgleich tief verletzt^ mit ihr aus, und diejenigen, welche die Erscheinung freudig begrüßt hatten, ärnteten statt der großen Hoffnungen, die sie auf sie gesetzt, und des unbegrenzten huldigenden Vertrauens, das sie ihr entgegengebracht, nur den Vortheil, welchen das Beispiel einer solchen nach andern Grundsätzen vorgenounnenen Wahl mit sich führte. Der Vorgang blieb in der That nicht ohne Folgen. Auf zwei verschiedene Arten äußerte sich nun das Streben. In den Staaten, wo die Negierung demselben günstig war, sowie auch in kleineren Gemeinden, in denen der Einfluß eines oder einiger einzelnen Höherstehenden überwiegend war, wurden Rabbiner gewählt, die mehr oder weniger einige Kenntnisse sich erworben; daß, namentlich in der ersteren Zeit, oft fehlgegriffen ward, den Personen die Kraft oder der Wille, die Einsicht oder die redliche Gesinnung fehlte, war allerdings ein herbes, aber unabwendbares Geschick, jedenfalls bethätigte sich das Streben, und die alte Anschauungsweise verlor doch an Entschiedenheit, wenn auch eine neue, lebendige nicht kräftig hervortrat. Bei einem jeden solchen Vorfälle aber wurde die Frage immer neu behandelt: darf ein Rabbiner

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