Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Aufgabe der Gegenwart
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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7 I. Die Aufgabe der Gegenwart. Keile sie veredeln sie, aber sie reißen doch aus der religiösen Abfchtießung heraus, unddie Grundlage, auf der das überlieferte religiöse Leben ruhte, die ganze Art, wie man sich und seine Beziehungen zur Wett, zur Menschheit zu betrachten hatte und betrachtete, und die nothwendig auch einwirkte auf die Auffassung des Verhältnisses zu Gott, war umgewandelt, und wie hätte da die Wirkung ausbleibm, wie hätte das Streben, wenn auch nur aus dunkelm Bewußtsein hervorgehend, fehlen sollen, die zerrüttete innere Einheit durch noch weitere Änderung in den vorhandenen Elementen wiederherzustellen? In der That ließen auch diese Versuche nicht lange auf sich warten. Hier konnte allerdings zuvörderst die Umgestaltung nicht der Gesammtheit zu Gute kommen, obgleich dies anfangs von Jakobsohn in dem damaligen Königreiche Westphalen beabsichtigt war. Bis jetzt waren es blos die äußern Bollwerke, die man abtrug, aber in. die innere Festung zu dringen und dieser eine andere, freundlichere, den Zusammenhang mit der ganzen übrigen Welt gestattende Einrichtung zu geben, dazu mußten die Befehlshaber und die Gesammtheit oder doch die überwiegende Mehrheit der Besatzung mit Herz und That einverstanden sein, und daran war noch nicht zu denken. Allein in der Festung ein. Plätzchen für sich gewinnen, das nach eignen Anforderungen ausgestattet werde, das den Zusammenhang nach Innen und nach Außen frei ließe, das konnte vielleicht gelingen, und dahin war das Augenmerk gerichtet. Neben der Unbehaglichkeit, welche der Zwiespalt zwischen der eignen religiösen Denkweise und dem Bekenntnisse, nach welchem mau sich benannte, in den damals — am Ende des zweiten und Anfänge des dritten Zahrzehends —- in der Zeit und deren Bestrebungen Lebenden erzeugte, machte sich der Widerspruch geltend, welchen die religiöse Übung gegen die bereits gewonnenen Principien einer allgemeinen humanen Bildung und der immanenten Stellung im Staate schneidend aussprach.. Konnte man im Privatleben die Regeln des Bekenntnisses ignorirm —> was allerdings die innere Zwitterhaftigkeit nur vermehrte —, so waren dennoch die öffentlichen Handlungen, welche mit dem religiösen Bekenntnisse zufammenhingen, und bei denen man sich demselben nicht entziehen, konnte, in der Gestatt, in welcher sie began-