Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Aufgabe der Gegenwart
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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- Odesa 1× ep/1000834
- Riga 1× ep/1000826
- Vilnius 1× ep/1000947
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4 l. Die Ausgabe der Gegenwart. mark, Schweden und teilweise Italien. 2n ein annäherndes Verhältniß sind auch bereits die slavischen Provinzen.eingegangen, welche un;er deutscher Herrschaft stehn, Posen, Gallizien und Ungarn, selbst das eigentliche Polen mit Rußland soll nun mit in dem großen Processe ausgenommen werden, wie dieser bereits Stützpunkte hat in Warschau, Odessa, Riga und Wilna, und auch.nach Afrika sollen die belebenden Elemente hindringen durch die Errichtung von Schulen in Alerandrien und Kahira. Eine Liefe Wunde war nunmehr her in sich ganz abgeschlossenen alten jüdischen Denkweise geschlagen^ der alte Organismus trat aus seinen Fugen, die innere Einheit, die er als solcher verlangt, war verloren, wenn man es sich auch noch nicht allgemein eingestehn mochte , zu deren neuer Herstellung drängte cs still und leise, aber der Drang konnte sich noch nicht bemerkbar machen. Ein anderes Element folgte notwendig. Man war nichtblos aus der abgeschlossenen damaligen jüdischen Denkweise geschieden, auch aus dem abgeschlossenen jüdischen Kreise war man heraus getreten, und einem größern Ganzen gehörte man an. So machte sich das Bedürfnis' fühlbar, voller in den Staat und seine Gesetze,'in seine ganze Thätigkeit und alle seine Leben spendenden und ausnehmenden Elemente emzugehen. Es handelte sich nun nicht mehr um die Bedingungen, unter denen man seine Eristenz in einem beliebigen Staate fristen dürft, sondern um die gänzliche bürgerliche Einverleibung in einen bestimmten Staat. Hier kann nicht in Betracht kommen, inwiefern dm Juden die Ausnahme von Seiten des Staates zu Theil ward, ein Erfolg, der von ihnen selbst großenteils unabhängig war und ist, sondern wieweit sie um eine solche sich bestrebten und wie. sie dem Erfolge gegenüber, mochte er nun mit ihrem Zuthnn oder ohne dasselbe gekommen sein, sich verhalten haben. Die am Ende des vorigen Jahrhunderts in unmittelbarer Folge der französischen Revolution erlangte Gleichstellung in Frankreich, Holland u. ,s. w. entsprang aus allgemeinen Staatsansichten, von denen die Juden, die aus einem Ertreme in das andere übergehn sollten, so überrascht wurden, daß sie sie im Allgemeinen nicht verstanden und in dem SLaatsbürgerLhume blos eine größere Duldung sahen. In Holland, wo schon Einige für diesen Umschwung vorbereitet waren und