Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Aufgabe der Gegenwart
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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j. Die Aufgabe der Gegenwart. 3 wir ein in die Gegenwart, aber auch mit dem dollen Bewußtsein, wie Vieles und wie Anderes nun noch geschehen müsse. Als im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts die Einsichtsvollen aus der engen Schranke, welche die damalige Richtung des Judenthums gezogen hatte, herausgetreten und eine nicht aus dieser hervorgehende, ja mit ihr im Widerspruch stehende Bildung sich angeeignet hatten, da war es deren ernstes und erfolgreiches Streben, die Juden der Bildung der Zeit zuzuführeu, sie für Wissenschaft und Kunst empfänglich zu machen. Mit dem Bemühen, aus der ganzen Anschauungsweise des damaligen Judenthums ihre Brüder emporzuheben, mußten sie, um nicht vergebens zu wirken und die ganze Geistesrichtung zu bekämpfen, nachzuweisen versuchen, daß ein solches Beginnen keineswegs den Prineipien des Judenthums — das sie aber allerdings, wie es in seiner Wahrheit und Idee ist, von der damaligen Erscheinung nicht unterscheiden mochten — streite, vielmehr in denselben begründet sei. Den Vertretern des damaligen Judenthums in Prag, irr Frankfurt a/M. und an andern Orten, welche in andern Gegenden, wohin erst später ein solches Streben kräftig gelangen konnte, durch die Häupter in Preßburg und in Posen u.A. dann erseht wurden, konnte natürlich der Widerspruch und der zerstörende Einfluß, welcher in dieser Thäügkeit der bestehenden Gestaltung des Judenthums gegenüber lag, nicht entgehen, und mit dem brennendsten Eifer widersetzten sie sich einer jeden That, m der dieses Streben sich äußern wollte. Allein die Macht des lebendigen Geistes, von Seiten des Staates zugleich vielfach unterstützt, entfaltete und bewährte ihre siegende Kraft dergestalt gegen die verhärtete Richtung, daß bald deren Vertreter, nicht gegen dieselbe mehr anzukämpfen wagten und sie Schritt vor Schritt selbst in ihrer nächsten Umgebung mehr Raum gewinnen ließen. In Deutschland ist die Nothwendigkeit einer angemessenen Kindererziehung, der Aneignung allgemeiner Bildung so anerkannt unter allen Elasten und Parteien der Juden, daß unter ihnen wie unter denen der übrigen Bevölkerung nur abweichende Ansichten über die anzuwendenden Mittel vorhanden sein können und ein Kampf nur gegen die materiellen Hindernisse Statt finden kann. Ein gleiches Verhältnis/ ist in den übrigen Ländern, welche auf der Höhe der Zeitbildung stehn, Frankreich, England, Holland, Belgien, Dänel'*