Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 468 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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468 Nachrkchteru Universal-Kirchen-Zeitung „vonv. HönnighauSin FrankfurL a.M.; allein sowie eS nicht aus jüdischem Interesse hervorgegangen war , so schwand es auch an ganz außerhalb liegenden Umständen und an innerer Unklarheit des ganzen -u Grunde liegenden Gedankens hin. Nur ein Zeichen mochte eö sein von der Bedeutung, welche -ereitS jüdische Bestrebungen gewonnen haben, daß wenn der Gedanke an ein alle Confessionen einigendes Blatt erwacht, auch diese nicht ausgeschlossen werden können. Die israelitische Abteilung, redigirt von den Herren Ov. Heß und Jost, konnte übrigens Ln dieser Unsicherheit keine besondere Tendenz haben, waS darum nicht ausschließt, daß mancher einzelne interessante Artikel darin zu finden sei. Ein ungemein gesteigertes Interesse beurkundet die „allgemeine Zeitung deSJudenthumS," welche seit dcmMai 1837 unter der Redaction des Hrn. O. PH ili pp so n erscheint. Die Aufgabe einer Zeitung ist eine andere als die einer Zeitschrift. Jene hat nicht unmittelbar den Beruf wie diese, zu Bestrebungen zu erwecken und dieselben zur Klarheit zu bringen, kurz die Zukunft vorzubereiten, sie soll vielmehr hauptsächlich einen treuen Abdruck der Gegenwart liefern durch Nachweisung und Zusammenstellung des Vorhandenen und der im Leben vergehenden Ereignisse, sie hat auch diese Ereignisse wohl zu erklären, aber weniger einen eigenen Standpunkt an dieselben zu legen, sondern sich eben blos Ln den Standpunkt des Lebens, dem sie entsprungen find, zu versetzen; als Zeitung für consessionelle Angelegenheiten kann sie dann auch nebenbei die herrschenden Grundrichtungen beleuchten, besonders aber hat sie auch die nicht minder tief in der Gegenwart wurzelnden, wenn auch nicht als Lhatsachen deS öffentlichen Lebens, so doch als Thatsachen des Geistes hervortretendcn, neu erscheinenden Schriften in Angelegenheiten der Confession anzuzcigen- Die „allgemeine Zeitung des Judentums " erfüllt Lm Allgemeinen ihren Berus, wenn auch freilich noch manche Wünsche an sie gestellt werden können. Ich würde zuerst dieser Zeitung überhaupt mehr Bewußtsein ihrer Stellung wünschen und daher, wenn ich so sagen darf, mehr Bescheidenheit; sie steht auf keinem eigenthümlichen Standpunkte, welchen sie durchzuführen berufen ist, sie berichtet blos von den verschiedenen herrschenden Richtungen und von deren Eintritt ins Leben; sie bereichert nicht die Wissenschaft und fördert sie nicht, sie zeigt blos an, wenn ein Gebiet jüdischer Wissenschaft neu angebaut worden ist. Deshalb sollten auch die Ansprüche wegfallen, daß sie Grundlagen gelegt u. dgl., Ansprüche, die ihr nur schaden können, weil der Leser dieselben dann auch am Ende an sie stellt und sich dann'unmög- > Lich befriedigt sehen kann. Der zweite Wunsch besteht darin, daß sie sich ihren Kreis in den Nachrichten fest abgränze. Nach dem gegenwärtigen Standpunkte der Juden ist, wie oben schon gezeigt, das eigentlich Conftssionelle der Angelpunkt des Interesses, in welchem zugleich die Frage des öffentlichen Gottesdienstes eingeschlossen ist; diesem folgt die