Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 467 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten. 467 ins Leben eingeführt werden könne, und da müsse doch nun Groß wie Klein die Behandlung vorgelegt werden können. Allein man hat da eben den geistigen innern Zusammenhang der ganzen Geschichte des Judenthums nicht crkaunt, und gerade dessen Erkenntniß zu fördern, freilich zunächst für die einer solchen Erkenntniß durch Studien uud höhere Bildung Zugänglichen, von denen aus sie sich dann in immer weitere Kreise verbreitet, ist eine wesentliche Aufgabe der Zeitschrift. Einen geschichtlichen Organismus in seinem Anwachsen und in seiner Ausbildung kennen zu lernen und darnach auch die Wahl der geeigneten Mittel in seiner Fortbildung zu treffen, ist nicht so leicht, wie Mancher sich einbilden mag, der mit einigen allgemeinen Phrasen ein Stück Weltgeschichte auSzustreichcn für gut befindet. Es handelt sich jetzt nickt um Belehrung des gemeinen Mannes, cs handelt sich um die geistige und geschichtliche Erfassung des Judcnthums, welche zunächst in den gebildeten Kreisen durchdringen muß und von ihnen durchs Leben nach allen Richtungen hin getragen werde; der Geist soll erzeugt werden, dann erst folgt das Leben nach. Und da gibt es kein Jgnoriren der Dinge, über die man sich hie und da bereits hinausgesetzt, da muß gehörig geprüft werden, worin sie ihre Wurzeln haben: da gilt kein Heransreißen einzelner Stücke, die man einmal nicht entbehren kann, sondern diese müssenals Glieder des ganzen Gesammtlebens erwogen werden. Die Zeitschrift mag wohl von dieser Seite für richtige Erfassung des Standpunktes des Judenthums in der Gegenwart und richtige Würdigung der allgemeinen gegenwärtigen Bedürfnisse, für geschichtliche Erkenntniß, namentlich auch für Einsicht in den geschichtlichen Gang derFestsiellung mancher Satzungen, für Zusammenfassung und Abschätzung wissenschaftlicher jüdischer Leistungen der Gegenwart, überhaupt für Weckung höheren geistigen Lebens im Judenthume gewiß dos Ihrige bcigctragen haben. Dabei hat sie zuerst die Aufmerksamkeit auf die Erscheinungen im Leben nach den verschiedensten Richtungen und Gegenden hin gelenkt und enge Verbindung im Judcnthume erzeugt; natürlich betrachtet sie diesen Theil ihrer Wirksamkeit nur als einen beigeordneten und kann nicht auf das Vereinzelte, als ein Verschwindendes und Bedeutungsloses, Rücksicht nehmen. Sie will zum Leben erwecken, nicht das Leben ausbeuten, aber wohl doch wieder die Resultate desselben in seinen allgemeinsten Zügen darstellen. Gleichzeitig mit der „wissenschaftlichen Zeitschrift für jüdische Theologie" erstand ein anderes Unternehmen, das auch dloS Zeugniß gab von regerem Leben, aber keinen wahrhaften Lebenskeim in sich trug, „das Füllhorn" vou Herrn Stadt- und DLstrictSrabbiner Rosenfeld in Bamberg, ein alle vierzehn Tage erscheinendes Blatt, welches zwei Jahre (1635 u. 36) sein Dasein fristete; schon in der unsichern Haltung, ob es ein aus dem Judenthum hcrvorgchendes oder ein jüdische Leser allgemein belehrendes Blatt sein solle, lag derTodeskcim. Mit dem I. 1637 wurde ein neues Blatt auch den Juden geöffnet, nämlich die „unparteiische