Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 466 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2929020-2929036-2929040-2931838--2607-2932009- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
466. Nachrichten. wenn er nicht einen jeden Schritt billigt, welcher von seiner Partei auSgeht, weil er von ihr au-geht, wenn er vielmehr ans Wahrheit, Gerechtigkeit und Anwendbarkeit auch bei allen Maßregeln sicht, welche -u Gunsten seiner Ansicht unternommen werden sotten , wenn er Mißgriffe als Mißgriffe und Winkelzüge als Winkelzüge bezeichnet, auch wenn die Seinigen sich deren schuldig machen. Daß eine Entstellung von Lhatsachen und Ereignissen ihn niemals beflecken dürfe, ist kaum zu erwähnen. Ob in diesem Sinne die Zeitschrift bei entschiedener Tendenz unparteiisch gewesen, überlasse ich getrost dem Urtheile eines jeden Besonnenen. Die Ueberzeugung von der Notwendigkeit, von derZuläsfigkeit eines Fortschrittes und freier wissenschaftlicher Untersuchung steht an der Spitze des Unternehmens. Wer dieser Ueberzeugung nicht lebt, der mag sich nur auch öffentlich auSsprcchen: ich werde mich sorgfältig mit seiner Ansicht bekannt machen und sie prüfen, und hat er mich überzeugt, so bin ich der Erste, der freudig und reumüthig seinen Jrrthum bekennt; aber bis dahin muß ich Ln meiner Weise fortfahren, und die Pforten der Zeitschrift müssen ihm verschlossen bleiben. Daß übrigens nicht Ln engherziger Weise verfahren und nicht etwa meine eigene wissenschaftliche und praktische Anforderung ganz stritt an Aufsätze Anderer angelegt worden, daß vielmehr der Tendenz eine gewisse Weite gegeben wurde, kann nicht leicht einem Leser verborgen bleiben. Ohne Scheu wurden auch Werke und Vorschläge von Männern getadelt, welche, wenn auch von guter Absicht zeugend, dennoch in sich unhaltbar waren; ohne Rückhalt wurde das Verdienst anerkannt, das löbliche Streben, wenn es auch von irrigen Voraussetzungen ausging. Mir ist wahrlich der Gedanke eine Freude, daß die mir gegenüberstchende Ansicht sich gleichfalls immer mehr wissenschaftlich auörüsten werde. Und so wiederhole ich eS nochmals, die Zeitschrift hat sich als unparteiisch bewährt, wenn sie auch nicht diese Bezeichnung an der Stirne trug. Sie hat statt dessen ein anderes Epitheton, das gewissermaßen jenes in sich einschließt, für sich Ln Anspruch genommen, ich meine das der Wissenschaftlichkeit, und sie hat dadurch wenigstens von vorn herein -bewiesen, daß sie sich ihres Zweckes bewußt, sowie durch die Ausführung, daß sie ihrem Zwecke treu geblieben ist. Man hat nun geglaubt, auch dagegen einen Einwand machen zu dürfeu, und den Anspruch gemacht, eine Zeitschrift müsse, wolle sie einwirken, populär sein. Dabei hat man aber vergessen, daß Fragen, welche eine philosophische Betrachtungsweise und tief erbringende geschichtliche Kenntnisse zu ihrer Lösung erfordern, keineswegs vor das Forum Unkundiger gehören. Man geht von gar verschiedenen irrtümlichen Voraussetzungen bei der Aufstellung jenes Vorwurfes aus. Erstens meint Mancher, cs sei eigentlich für ihn Alles schon abgemacht und er wünscht bloS, daß die Schwachen an Geist belehrt werden sollen; ein Anderer glaubt, daß die Fragen hier der Art entschieden werden sollen, daß von der Schrift aus sogleich das Resultat