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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 3 · p. Seite 465

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 3
Article
Jüdische Zeitschriften
Date
1839-01-01
Page
Seite 465 (sequence 7)
Language
German
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Nachrichten. 465 weil es sich bei allgemeineren und schriftstellerischen Betrachtungen nicht so bemerklich machen kann Wiedas Erftere, weil nur die Lebensfülle der einzelnen Fälle und besonderen Verhältnisse jenem die Bedeutung verleiht, die aber dennoch eine vorübergehende ist und deren Ersetzung durch Umfassenderes und Dauernderes gerade vom allgemeineren Standpunkte aus angestrebt wird und werden muß. Soll ein periodisches Organ wirklich Ln solcher Weise Bahn brechen, dann muß cs die Lebensgeister aufrütteln, der Schlaffheit nach beiden Seiten Lin entgegentreten; mag dann der scharfe Luftzug den siechen Gliedern Schmerzen verursachen, aus ihnen erblüht doch kein neues warmes Leben. Sowie nun die Lebendigkeit, die Schärfe, und. der innerlichem Ringen entströmende Eifer den Ernst und die Wahrhaftigkeit desStrebens beurkunden und einer Zeit wohl ziemen, welche ernst und wahrhaft an die Heilung ihrer Gebrechen geht: so muß auch an einer entschiedenen Ueberzeugung fcstgehaltcn, ein festes Ziel vorgehalten werden. Wenn man eine Zeitschrift eröffnet wie einen Eonversationssaal zu gegenseitiger Unterhaltung, zu behaglichem Geplauder, dann mag es sehr wohl anstehen und human sein, einen jeden wohlerzogenen Menschen darin sprechen und einen Jeden in seinen Manieren und in seinen Ansichten sich ergehen zu lassen. Aber wenn man eine höhere Tendenz hat, dann muß auch sic fest im Auge gehalten werden, und es kann dann Niemand sich verletzt fühlen, wenn man ihn ganz höflich vor die Thüre setzt, will er mit Widerspruch gegen die Grundanschauung sich eindrängen. Ein Anderes ist Unparteilichkeit, ein Anderes völlige Tcndenzlosigleit. Ein jeder gebildete Mann muß eine feste Ueberzeugung haben, die ihm aus sorgfältigen Studien und wiederholter Beobachtung hervorgegangen ist; er hat auch ein Streben, für daS Leben in gewisser Weise zu wirken und reiht sich Gleichgesinnten an, die man denn nach ihren gleichen aus innerem Berufe hervorgehenden Bemühungen eine Partei nennen mag. Dennoch ist er unparteiisch, wenn er einen jeden fremden Standpunkt gerecht zu würdigen sucht, ihn nicht deßhalb abweist, weil er nicht der scinige ist, nicht die Gesinnung angreist, wo er einen Jnthum gewahrt, vielmehr die tüchtige Kraft überall anerkennt, wenn er auch ihre Anwendung nicht loben kann, dem Schönen, welches von entgegengesetzter Seite aus geleistet wird, freudig seinen Beifall zollt. Er ist unparteiisch, wenn er nicht in sich ein für alle Male abschließt und nicht mit blinder Zuversicht auf die einmal ergriffene Meinung, die Einreden überhört, welche man ihm macht, die Forschungen und Resultate abweist, welche man ihm entgegenhält, die Thatsachcn, welche ihm das Gcgenthcil beweisen sollen, unbeachtet läßt, wenn er vielmehr jeden Augenblick bereit ist, seine Ueberzeugung durch andere nach deren reifer Erwägung zu berichtigen, zu modificiren oderauch ganz umzuwandeln, immer höherer Ausbildung bestrebt. Er ist unparteiisch, wenn er nicht ein jedes Mittel lobt, welches scheinbar zu dem Zwecke führt, den er beabsichtigt, wenn Iüd. Zeitschr. IV. Bd. 30

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