Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 463 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2929020-2929036-2929040-2931838--2604-2932006- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nachrichten 463 rnlt jüdischen Gelehrten, durch das Amt al- Rabbiner die geeignete Stellung, um ganz aus der dem innersten Lebensbedürfnisse derGesammtheit heraus zu fühlen, gesunden. Und so reiste denn der Plan zur Herausgabe der „wissenschaftlichen Zeitschrift für jüdische Theologie" und trat, nach mannigfachen Dorbereitunge.., mit dem Beginne des 1.1635 ins Leben. ES ist eben so überflüsstig, hier die Tendenz der Zeitschrift nochmals ausführlich zu bezeichnen, wie eS unpassend wäre, nachzuweisen, daß diese Tendenz auch dem Bedürfnisse der Zeit entspricht und hiedurch die Zeitschrift b Sb^ ein Organ der Zeit gewesen und fördernd auf dieselbe eingewir'.t habe. Es werden auch wohl diese Bemerkungen sich von selbst anichlitßcn, wenn ich mich hier über den Tadel ouSspreche, welcher dieselbe hie und da getroffen hat. Ich me ne natürlich hier nicht den Ingrimm der Gcsch cht-leugner gegen die Ze tichriftz er kann nur ein günstiges Zeugn.ß dafür adlegen, daß sie ihrem Berufe treu geblieben und ihn erfüllt hat, gerade so wie der Werth des „Meaßef" mcht durch den Bannfluch damalger Rabbiner und der Werth des „Juden" nicht durch den W deswillen verhärteter Judenfeinde verringert w.rd, vielmehr gerade sich dadurch in voller Bedeutsamreit heraussleltt. Ebensowen-g kann hier die Rede se-n von der seltsamen Gebahrung unw ssendcr Jungen, welche, weder daS Judcnthum noch die W ssenchaft noch die von beiden getragene Zeitschrift zu verdauen im Stande, ihrer Unbehagl chreit durch die Evominmg ein gcr Phrasen sich, entledigen möchten. Aber ich spreche hier von dein Tadel, welchen auch tonst verständige Männer hie und da anszusprcchcn gedrungen fühlten. Einige fanden die in der Zeitschrift befolgte Richtung etwas zu sehr negirend, leck einsturmend und wünschten mehr gehaltenen Ton, mehr ruhige Besonnenheit; Andere meinten, eS sollten doch auch gegnerische St mmen sich in derselben vernehmen lassen, damit die Unparteilichkeit gewahrt werde; auch kam Bielen das Meiste darin gar zu gelehrt vor, so daß der Inhalt gar nicht ins Leben dringen könne, und besonders auch dem Ungebildeten wollten sie ja seinen Theil an der regsamen Förderung gönnen. Allein bei einer genauen Erwägung des Gegenstandes zeigen sich Ln diesen Borwürfen bloS einige veraltete und oberflächliche Ansichten. Untrennbar ist mit einem Organe, welches fördernd auf die Zeitverhältrusse wirken und dem Leben Schritt vor Schritt vorangehen will, die Eigenschaft verbunden, daß eü den Maßstab vernünftiger Ansprüche an die bestehenden Zustände anlegt, daß es diesen, wo sie der ganzen Umgestaltung in der Zeit entgegenstchen, lümpfend entgegentritt, und je tiefer gewurzen dieselben sind, je schärfer und bestimmter. ES war daher nicht bloS ein liebloses Urtheil, sondern ein Zeichen völliger Unfähigkeit, sich psychologisch in geistige Zustände zu versetzen, wenn man da von einer Freude an dem Zerstören wohlbegründeter Verhältnisse sprach und nicht vielmehr die Wehmuth über das gestörte religiöse Leben und den Wunsch,