Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 462 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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462 Nachrichten. a«e bürgerlicher,-asten und sehnen sich na» dem Genüsse aller bürgerlichen Rechte/ um vollkommen in das GtaatSleben und in den Biirgerverband rtntreten zu können/ und es mag nur wenige gebe«/ welche davon sprechen, da- ^unser Zustand im Erike" uns ein Ausgehen in dem Staate nicht gestatte; allein auch hier find es wieder äußere Umstände, welche den gänzlichen Uebcrgang dieses Verhältnisses aus dem Reiche der Sehnsucht in daS Reich des LcbenS vorläufig noch erschweren und verhindern. Auch in dem Bedü fn.sse eines geordneten Religionsunterrichtes/ dcS Vortrages aus dem Munde eines beredten -e-rerS bei dem Gottesdienste/ einer entsprechenden Gestalt dcs ganzen Gottesdienstes hat man sich mehr und mehr geeinigt; allein man kommt auch mehr und mehr zur Einsicht, daß dies eigentlich m t der ganzen weiteren Gestaltung des Judenthums im Zusammenhänge stehen müsse, und daß solche E.nzclnheitcn n.cht für sich gehen iönnen , sondern Resultate der allgemeinen relig ö en Entwickelung in der Gesammtheit sein müssen, und riese verbreitet sich immer mehr und mehr als das wahrste und innerste Bedürfmß heraus. Nur ein drrnües Gefühl, daß eine relig -se Bewegung vorhanden sei, gab sich kund in „Zon, relig -scs ErbauungSblatt für JsraeUten," welches unter der Redaktion deS Herrn O. Cohn in Berlin von der Mitte des I. 1833 bis iuS Z. 1835je ein Bogen alle vierzehn Tage, erschien, und nur einen räumlich beschränken Kreis von Lesern hatte. Nicht minder hatte auch das israelitische „Schul- und Predigtmagazin" des Hrn. 1). PH ilippson in Magdeburg, welches in monatl.chen Heftchen drei Jahre hindurch (1634— 1836) erschien, dem adäquaten Ausdruck des Zer'tbedürfnissenicht gefunden, obgleich die Tendenz eine mehr allgemeine, w sscnschaftliche war. N cht Erbauung durch gedruckte Predigten oder sonstige religiös anregende Abhandlungen, meist Bespiechung von Schulsachen ist genügend für eine Zeit, deren Intelligenz mit Sritischem Blicke das Vorhandene zu sichten und einen den Bedürfnissen der Gegenwart angemessenen religiösen Zustand hergestellt zu sehen wünscht. Bereits im I. 1831 war ich von der Uebcrzeugung durchdrungen, daß daS Judenthum zur liefern, gründlicher« wissenschaftlichen Anregung und lebendigeren Gestaltung einer Zeitschrift bedürfe, welche sich dieses Ziel vorsetze. Ich hatte mich damals an einen Mann gewandt, welchen ich als gründlicher Kenner jüdischer Wissenschaft verehrte, und ihn zur Erfüllung dieses ZeitbcdürfniffeS aufgefordert. Allein es ist immer einem neu erblühenden Geschlechts Vorbehalten , für den eigenen Drang die Initiative zu ergreifen, und so begleitete mich von nun an der sehnsüchtige Wunsch , selbst Hand anzulegen und die vorhandenen tüchtigen Kräfte für ein derartiges Unternehmen zu vereinigen. Unterdessen waren Napoport'S Biographien, Jost'S neueres Geschichtswert undZunz' großartiges, mit umfassender Gelehrsamkeit, tiefem kritischem Blicke und der klarsten geschichtlichen Anschauung auSgearbeitcteS Werk erschienen. Ich selbst hatte durch die Herausgabe meiner Preisschrift den Anknüpfungspunkt