Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 461 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten. 461 beide Momente der Gegenwart ffch durchdringen. — Durch diese- Produkt der neuesten Zeit find die eigentlichen Träger der bewegenden Elemente durchaus in die Mitte der an die bestehenden Verhältnisse ««knüpfenden Gesammthcit versetzt, und wie im Leben, so auch in der Wissenschaft rein zur Fortbildung aufgcsordert. Die Opposition, wie sie immer der Bewegung, gegenüber einem starren Festhalten au Herlömmlichem, auch eigenthumlich sein muß, ist nun integrirender und notwendiger LheiL des jüdischen GesammtlebenS geworden. , Wir mögen nun, nachdem wir am Standpunkte unserer Zeit angekomrricn, nochmals auf die Ln Deutschland seit fünfzig Jahren nach und nach überwundenen Standpunkte zurüäblicken, bevor wir eine Musterung der neuesten Zeitschriften unternehmen z cS wird dadurch die Aufgabe derselben für unsere Zeit um so klarer werden, indem das regste und neueste Bedürfniß den Kern derselben bilden muß, doch aber auch fast alle früheren Bestrebungen, wenn sie auch nicht mehr das Höchste sind, dennnoch noch nicht völlig durchgedrungen sind, und daher gleichfalls zuweilen vertreten sein müßten, zumal da außerhalb Deutschlands der Eintritt der Juden in die allgemeine Geschichte erst später begonnen und für dieselben die früheren Anstrengungen der Juden Deutschlands nachzuholen sind. Diese nun sichen an allgemeiner Bildung andern Confessionen nicht nach; selbst auf dem Lande, wenn auch dort der Unterschied zwischen dem jüdischen Landmann und dem christlichen Bauer schärfer hervortritt, verursacht denselben nicht etwa der verschiedene Bildungsgrad beider, vielmehr wird er dadurch bewirkt, daß beide, weniger berührt von der Bildung der Zeit, mehr und länger Ln je überlieferter Stellung verharren, und den.« noch geht auch dort bei den Juden eine bedeutende Umgestaltung vor sich. Nur die Ungunst der Verhältnisse, der Mangel «n Mitteln verstattct den auf sich selbst angewiesenen Juden oft nicht die Errichtung von allgemeinen Bildungsanstaltcn, und dennoch erblicken wir selbst unter solchen Umständen einen mit großen Aufopferungen verbundenen Eifer zur Hebung dieses Hindernisses. Gleichfalls von Außen nachtheilig einwirkend ist der Umstand, daß dem Vorhandensein einer verhältnißmäßig gleichen Anzahl von Männern höherer wissenschaftlicher Bildung unter den Juden das Entziehen so mancher Aussicht für den jüdl'tchen Gelehrten entgegensteht. — Im gewerblichen Leben sehen wir den Juden von dem früher allein geöffneten Wege nach allen industriellen Zweigen hin sich wenden, und HandwerlSvcreine, Unterstützung für Etudirende, selbst in neuester Zeit Stipendien für Künstler finden vielfachen Anklang. Hindernd treten auch hier wieder äußere Umstände ein, die Beschränkungen nämlich, mit welchen hie und da der Betrieb der Gewerbe fast an allen Orten die Ergreifung eines den Studien angemessenen Berufes den Juden erschwert wird. — In den Beziehungen znm geselligen und staatlichen Leben ge. schieht von Seiten der Juden AllcS, waS von ihnen verlangt werden kann. Es hat von ihnen aus eine jede Absonderung aufgehört, sie tragen