Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 460 (sequence 2)
- Language
- German
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46V Nachrichten. denjenigen anerkannt/ welche schon mit einem TheLle der Vergangenheit gebrochen -alten, so war es wieder ein bedeutender Fortschritt und ein Zeichen von immer größerer Verallgemeinerung der geschichtlichen Einsicht, daß nun gerade die Männer, welche, ihrer Stellung gemäß, nothwendig im engsten Verbände mit der Vergangenheit stehen, als Organe dieses Bedürfnisses austreten. Ein jedes Bestreben für Fortbildung der äußern Gestalt des JudenthumS und deren Institute ging nämlich zuerst von unabhängigen Privaten aus, welche in ihrem Leben blos die eigene Ueber- Zeugung auszudrücken hatten und dadurch auch an einem Bruche mit der Vergangenheit nicht verhindert wurden. Bei einem weiteren Durchdrungen dieser Ansicht erhielten die Fortgeschrittenen oder suchten sie zu erhalten rin öffentliches religiöses Institut, welches ihrer Gesinnung entsprach, und die Leiber dieser Institute, mochten diese nun Ncliglonölehrer oder Prediger sein, waren sowohl durch ihre dem Judenthume ungehörige Stellung im Leben als auch durch die mit ihrem Berufe an sie gestellte Forderung gründlicher Durchforschung der vorhandenen Denkmale in der Wissenschaft, eine festere Anknüpfung mit der unmittelbar vorangehenden Vergangenheit angewiesen; dennoch aber war wieder andrerseits ihre ganze Stellung auch von vorn herein zum Theile Opposition gegen das Ueberkommen Ln seiner vollen Consequenz, und sowie sie im Leben sich nicht an die Norm der Vergangenheit zu binden hatten, so waren auch die Aeußerungen, wie sic von ihnen ausgingen, weniger eine innerliche Fortbildung der Vergangenheit, als eine Protestation gegen dieselbe. Allmülig aber verwandelte sich die Stellung der Männer, welche eine Opposition gegen das bisherige Gemeinwesen bildeten, zu der eines organischen, das Element des Fortschrittes innerhalb desselben, nicht gegen dasselbe, darstellenden LheilcS; durch diesen bedeutsamen Fortschritt der Gesammtheit wurden diese Repräsentanten der früher außerhalb stehenden Opposition Ln die Mitte des geschichtlichen Lebens zurückgetricben und diese neue Stellung gestattet denselben im Leben wie in der Wissenschaft nicht mehr ein Heraustreten aus der Vergangenheit, legt ihnen vielmehr eine Fortbildung von dieser aus auf. Ueber diesen scheinbaren Rückschritt können nur Solche klagen, welche entweder immer ihren individuellen Standpunkt vertreten sehen wollen, ohne sich um den Standpunkt der Gesammtheit zu bekümmern, oder denen es an dem geschichtlichen Ueberblicke gebricht. Dieser universelle Fortschritt beurkundete sich aber am Unzweideutigsten in der allmälig eindringenden und immer weiter sich auSdehnenden Veränderung in den Anforderungen an den Rabbiner. Während das Amt des Religionslehrers und Predigers mit mehr loser Anknüpfung an Vorhandenes einseitig die neuen Elemente, der Rabbiner hingegen völlig das Alte repräsentier und so Altes und Neues neben einander standen, früher feindlich sich berührend, dann wenigstens sich ganz außer einander verhaltend: soll nun das Getrennte zum großen Theile Ln der einen Person des Rabbiners vereinigt werden und in ihm