Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 459 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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489 Nachrichten. Jüdische Zeitschriften. (Zweiter Artikel.) DaS Bestreben, die Juden ebenmäßig mit in den KrelS der rascher sich bewegenden Geschichte zu ziehen, hat, wie wir früher gesehen, für die äußern Verhältnisse, nach verschiedenen Stadien, seinen Ausdruck in Zeitschriften gefunden. Die Juden sollten alS Menschen und Bürger in den Standpunkt der Zeit eintreten und ebenbürtig sich den Andern anreihen in allgemeiner Bildung, im gewerblichen Leben und in ihrem Verhältnisse zum Staate; die höhere Stufe geschichtlicher Bewegung mußte nun felgen , das Bestreben, daß die Juden a!S solche gleichfalls ein Ausdruck der fortgeschrittenen Zeit seien, das Judenthum lebendig werde für die gan.e Stellung und Bildung, welche seine Bekenner angenommen hatten und immer mehr annehmen. Während man früher auf das Judenthum in seiner überkommenen Gestalt meist bloS hinsah, inwiefern diese mit den die Gedanken erfüllenden Bestrebungen Zusammenstoß; während früher blos einzelne Versuche von einzelnen sich mehr von der GesammLheit sich loStrennenden Thcilen zu einem geschichtlichen Fortschreiten gemacht wurden; während endlich auch andrerseits VerbefferungSverfuche mehr gewissermaßen in der menschenfreundlichen Absicht, den Niedrigstehenden cmporzu helfen, unternommen wurden: machte sich nun das Bedürfniß geltend, dem Judenthume als einem lebendigen Glicde des religiösen Organismus in der Gegenwart sein Lebe« zu sichern, ein rein religiöses Bedürfniß, unabhängig von andern aus dessen Erfüllung entstehenden Vortheilen, allgemein, weder bloS für höherstehende noch bloS für Zurückgebliebene, sondern aus dem geschichtlichen Drange der religiösen Entwickelung hervorgehend. Zum Aussprechen dieses Bedürfnisses, welches nun Zeitidee geworden war, mußten sich besonders diejenigen gedrungen fühlen, welche ganz in der Mitte deS jüdisch.religiösen Lebens, aber auch innerhalb der geschichtlichen Fortbewegung standen. Wurde die letztere früher blos von