Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Priphot Duran's Schreiben an einen Abtrünnigen
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 455 (sequence 5)
- Language
- German
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2. Prkphot Durarr'S Brief an kitten Abtrünnigen. 4SL satt kreuest dich Gottes und heiligest den Heiligen Jsrael'S Deßhalb glaube auch nicht/ daß der Himmelskörper nicht eine gerade Bewegung annehmen könne (sondern bloS die Kreisbewegung) , deßhalb auch kein Durchreißen desselben möglich sei; denn unaufhörlich steigt ja der Körper des Messias ab und auf durch denselben in geradem Wege, so daß er ihn ganz löchern müßte seit der Zeit seiner Himmelfahrt bis jetzt, ungefähr 1390 Jahre; er muß wohl zertheilt und wieder zusammengeheilt werden, freilich ohne verbindende Kräuter durch seinen Willen oder durchs Wort; oder auch kann ein Körper in den andern, ohne daß der eine weichen müsse, eindringcn, ohne daß dies einen Widerspruch begründe. Wähle dir eines davon, was am meisten dem Verstände widerstreitet. Dabet aber bekenne dich zum Glauben an die unbegränzte Macht des Messias, was ja die Wurzel des Glaubens ist; aber glaube n cht an daS metaphysische Pn'ncip, daß Bejahung und Verneinung zusammen nicht möglich sei, ferner daß die Umwandlung eines Accidens in daS Wesen und umgekehrt unmöglich. sei, auch daran daß daS Sein des Dinges in feiner Wesenheit. daS Sein des AccidenS aber in dem Gegenstände besteht, der es trägt. Der Körper nämlich dcS Messias, der im Himmel thront, bewegt sich nicht, und der am Altäre bewegt sich auf jede Weise; die Hostie ist vor dem Spruche des Priesters Brod in Wahrheit, mit diesem Spruche wird dieses Wcsen, des Brodcs, zu einem Zufälligen oder schwindet ganz und die früheren Accidcntien werden nun selbstständig, diese werden dann wieder ein Theil dcS MagenS des Priesters, welcher die Hostie ißt. DaS leugnet keiner der Gläubigen. Von anderer Seite lasse dich auch nicht durch die Grundsätze der Optik irre führen, wornach der Gesichtssinn in seinen Wahrnehmungen sich so lange nicht täuscht, als die Gehwerkzeuge gesund sind; du nämlich siehst Götter aufsteigcn, lasse dich daher nicht in den Jrrthum bringen, daß Gestalt, Ton, Geschmack, Gefühl und Geruch etwa am Brode befindliche Accidentien sind, vielmehr sind sie ganz selbstständig. Wende dich auch nicht dem Ariome zu, das Ganze sei größer als der Theil; du aber nicht also, vielmehr das Ganze ist gleich dem Theklr und der Theil dem Ganzen. Die unendlich theilbare Hostie nämlich enthält in einem jeden ihrer Theile den Leib des Me'siaS, folglich ist der Theil des Ganzen und das Ganze gle'ch. Das Bild vom zerbrochenen Spiegel (da man nämlich kn dem Spiegel bloS ein Mal seine Gestalt sehe, aber auch in jedem Theile deS zerbrochenen) wird die Augen deines Geistes erleuchten, denn derartige