Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 412 (sequence 12)
- Language
- German
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412 Recensionen. Ein dritter Punkt/welcher in jener Abhandlung S. 475 ff. blos obenhin berührt ist, wird hier besonders hervorgehvben und ist allerdings einer sorgfältigen Untersuchung sehr würdig. Ich habe mich nämlich im Allgemeinen dahin ausgesprochen, daß wohl schon vor N. Jehudah Nasi einzelne schriftliche Sammlungen vorhanden gewesen, von diesem dann umgearbeitet, zusammengestellt und niedergeschriebrn w.orden seien. Gegen diese Ansicht hatte sich schon früher L. in seinem Oheb Ger — wo er das Nied e rsch reib en des LhargumS gleichfalls in späte Zeit seht, wovon er auch hier S. 195 ff. handelt — ausgesprochen, und behauptet, ausgeschrieben sei auch die Mischnah erst wohl im 7ten Jahrhundert geworden, wenn sie auch im 2ten gesammelt und abgeschlossen worden; R. stimmt zwar hierin bei, modificirt jedoch die Ansicht dahin, daß früher schon vielfach Notizen und kleine Privatsammlungen angelegt worden ftyen; die aber erst um die von Luzzatto angegebene Zeit die jetzige Form erhalten hätten. Auch S. 48 wird dieser Ansicht mit Beibringung mehrerer Belege beigetreten. Jedoch bedarf diese Untersuchung noch einer Revision von Grunde aus, welche ich im Augenblicke nicht anstellen kann; gegen das Resultat, welches wir hier vor unö gestellt sehen, spricht die geschichtliche Wahrheit, daß der Abschluß einer Periode und die durch einen solchen Abschluß eintretenbe Verschiedenheit der Richtung immer durch ein die Bewegung abschließendes Buch, welches normgebend für die Folgezeit wird, erzielt wird. Ein solcher Einschnitt in die Fortbewegung der halachischen Thätigkeit finden wir nach dem 2ten Jahrhunderte; die Thannaiin Horen auf, die Amvraim treten an ihre Stelle; die Thaunaim sind selbstständige Autoritäten, die Amoraim find bloße Erklärer, die einfache Geseherörterung ist abgeschlossen, DiScnssionen beginnen. Das Judenthum hat vier solcher abschließende Perioden gehabt, und jedes Mal bildete den Abschluß ein die ganze führe« Literatur und die Resultate des religiösen