Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 371 (sequence 17)
- Language
- German
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371 Hirsch's Versuche. Jrrthume, H. meint ja gar nicht die Palme selbst, sondern die Dattel, die daran wächst, und sie ist wohbbloö beschall» nicht zum Feststrauße genommen worden, weil sich mit der Palme selbst besser nach Herzenslust nach allen sechs Enden der Welt (oben und unten kommen nämlich noch hinzu) schütteln läßt; aber schade, daß Symbol entwischt uns wieder, denn die Dattel kann gerade ohne Hinzutreten menschlicher Kunst gegessen werden. Und das Ethrog» ich dächte, man ißt auch dieses an dem Orte seines Wachethumeö ohne weitere Zubereitung. Welch bezeichnende Muster! Ethrog und Myrthe für den Geruch, die Palme als daü Genießbare! Die Bachweide übrigens müssen wir schon aus dem Grunde beibehalten, um sie am siebenten Tage wegwerfen zu können, als sinnvolles Zeichen für daS „Entfernen des selbstsüchtigen Stolzes und der Menschenkraftverehrung" (S. 181)! — Für das Tragen von Schaufäden giebt die Schrift den Grund an, damit wir uns an das Göttliche erinnern und die sinnlichen Begierden von uns entfernen. Nun komme» aber noch einige nähere thalmndische Bestimmungen, für welch« H. wieder Gründe aus seinem Eigenen hinzuthut. Blvs an solchen Kleidern nämlich hat man Schaufäden anzufertkzen, welche vier eckige Enden haben, aber, wie H. ausdrücklich hinzufügt, „nicht an Kleidern unseres europäischen Schnittes," da nur Kleider, welche „zur Bedeckung des Körpers bestimmt" sind, das Gebot trifft (S. 242). Wir erhalten hier zwei wichtige Belehrungen: erstens, daß wir, wenn wir keine Kleider mit vier Ecken anhaben, nicht so zur Sinnlichkeit aufgelegt sind, als wenn diese an unser» Körper sind (oder umgekehrt, daß uns auch dann kein Erinnerungsmittel gegen dieselbe schützen würde); zweitens aber, was weit wichtiger ist, daß alle unsere Kleider sammt und sonders gar nicht zur Bedeckung gemacht sind, sondern bloS zum Schein oder zum Schmuck, oder