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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 3 · p. Seite 344

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 3
Article
Noch ein Wort über das Haartragen der Frauen
Date
1839-01-01
Page
Seite 344 (sequence 12)
Language
German
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244 II. Noch ein Wort Hohenprtestermutter (Joma 47 ») immerhin den Töchtern Israels vorschweben und vorleuchten, nur nicht in seiner erbärmlichen Aenßerlichkeit, daß es ihnen Schrecken einflöße vor einem unschuldigen Haare, sondern seinem wahren inner» Gehalte nach, daß sie alles Unschickliche, Unanständige, die zarte Weiblichkeit Verletzende im Innern ihres Hauses eben so sorgfältig meiden wie auf öffentlicher Straße und im erhebenden Bewußtsein ihrer Würde und im Beifalle des Allheiligen mehr Befriedigung finden als im eitlen Lobe der da ihm die ganze Welt außer seinem Studirzimmcr ziemlich fremd war, oder er wagte es nicht, denn er war sehr furchtsam, ein so grobes Verbrechen zu rügen, dagegen predigte er mit glühendem Eifer —freilich auch ohne entsprechenden Erfolg —gegen die Haarlocken, die von einigen —- vielleicht den würdigsten — Frauen getragen wurden. Gegenwärtig scheut sich dort keine junge Frau ihr Haar sehen zu lassen, aber man hört auch von keiner etwas Ehrenrühriges. Was noch besonders hervorgehoben zu werden verdient, ist der Umstand, daß die Mode, im bloßen Haare zu gehen, von einigen Frauen cingeführt wurde, die aus der Fremde dahingckommcn waren, die aber in jeder Beziehung zu den häuslichsten und sittsamsten gehören und wahrscheinlich zur Verbesserung des Tones im Orte wesentlich bcigetragen haben. So web es uns im Herzen thut, solche Dinge öffentlich zur Sprache bringen zu müssen, glauben wir uns doch im Interesse der Wahrheit und echten Religiosität verpflichtet nachzuweisen, daß Beobachtung äußerer Förmlichkeiten und — wahre Frömmigkeit nicht immer mit einander verbunden sind. — Eine Parallele aus der Zeit des zweiten Tempels, aus der wir sehen, daß die kleinliche Aengstlichkcit in allem, was die rituelle Reinheit betraf, der moralischen Reinheit — von der sie doch wohl zeugen und zu dersie führen sollte — nichts weniger als förderlich war, liefert uns folgende gräßliche Begebenheit im Thalmud, Joma 23 n u. d: Einst liefen zwei Priester zu gleicher Zeit auf den Steg (der zum Altar führte, um da den Dienst zu versehen), und da einer von ihnen Ln die 4 Ellen des andern kam (also daran war, ihm den Rang abzulaufcn), ergriff dieser ein Messer und stieß cs ihm ins Herz. N. Zadok sprach hierüber einige ergreifende Worte und das ganze Volk brach in lautes Weinen aus. Da kam der Vater des Ermordeten herbei und fand seinen Sohn in den letzten Zügen. Er möge euer Sühnopfer sein, sprach er, noch zappelt mein Sohn, das Messer ist also nicht verunreinigt worden. Dies lehrt uns, setzt die Gemara tadelnd hinzu, daß die Reinheit der Geräthe ihnen wichtiger schien als — Mord, und fährt fort: So wenig Scheu hatten sie vor Blutvergießen.

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