Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Noch ein Wort über das Haartragen der Frauen
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 343 (sequence 11)
- Language
- German
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über das Haartragen der Frauen. 3^3 besonders wenn sie nicht weiter gehen als der Thalmud, der das Verbot auf öffentliche Plätze und gänzliche Entblößung beschränkt^ und dem Zeichen nicht so viel Gewicht beilegen, daß die Bedeutung dadurch vergessen und das Bezeichnte in den Hintergrund gedrängt werde. Möge das Beispiel der Aufsatz „über die jüdischen Lrauergcbräuche" in seiner Gemeinde, (wo die europäische Eultur noch nicht ganz durchgcdrungcn) nicht beifällig ausgenommen worden sei, und fragte mich, ob ich in allem Ernste solche Gebräuche mit Stumpf und Stiel auszurotten gedenke. Bei Leibe nicht! war meine Antwort, behaltet in Gottes Namen die asiatischen Gebräuche bei, wenn sie Euch noch Zusagen. Wenn Ihr an denselben keinen Anstoß nehmet, in unsere Ansicht über deren Wirkung nicht cingehet, mir uns (Deutschen) hierin nicht sympathisiret, so gehet die Sache Euch nichts an und habe ich für Euch nicht geschrieben. So viel glaube ich aber ohne prophetische Gabe Voraussagen zu dürfen, daß Ihr uns doch Nachkommen und einst dafür Dank wissen werdet, daß wir Euch den Weg gebahnt haben. Wir können cs nicht genug wiederholen, daß es nicht unsere Aufgabe ist, die gestörte Einheit in der Synagoge durch Einführung gleichförmiger äußerer Gebrauche und Uebungen wiederhcrzustcllcn (was auch unmöglich), sondern umgekehrt diesen durch Verbreitung besserer Erkcnntniß und richtiger Einsicht in das Wesen der Religion ihre universelle Gültigkeit in der Meinung der Menge Zu nehmen, und dahin zu arbeiten, daß die möglichste Verschiedenheit hierin die gegenseitige Anerkennung nicht auöschlicße und keine Trennung oder Spaltung irgeno einer Art nach sich ziehe. Eine solche (die freieste Bewegung innerhalb der Grenzen des reinen Iudcnthums gestattende) Einigkeit ist wahrlich mehr wcrth als vollkommene (Erstarrung erzeugende) Einheit. 9. Völlige Verhüllung des langen üppigen Haares durch Haarhäubchen und Haube ist nicht bloß, besonders in der wärmeren Iahrszeit, sehr lästig, sondern muß auch der Gesundheit nachtheilig sein. Praktische Aerzte, die Gelegenheit gehabt haben, über die Folgen von derartigen Gebräuchen Erfahrungen zu sammeln, würden sich durch die Veröffentlichung derselben unfern Dank verdienen. Wir werden sie ohnehin, so wie die Anatomen, Physiologen und Raturkundigcn überhaupt über so manchen Gegenstand zu Rathe ziehen müssen, wie es die Thalmudistm zu ihrer Zeit.- auch gethan, seither aber die Naturwissenschaften einen viel zu großen Umschwung erfahren haben, als daß wir es ferner ignorkren dürften. 9. Es ist uns eine jüdische Gemeinde bekannt, wo früher die Sittenlosigkeit so groß war, daß mehrere Ehefrauen ihre Hausfreunde hatten, mit denen sie vom allgemeinen Gerüchte des ehebrecherischen Umgangs bezüchtigt wurden. Deo alte Rabbiner gef. And. wußte entweder nichts davon,