Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Noch ein Wort über das Haartragen der Frauen
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 341 (sequence 9)
- Language
- German
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341 über das Haartragen der Frauen. O a.., die unter „Ledige" (wirs) eine.Wittwe «der Geschiedene verstehen wollen, sich auf Khethuboth!1, 1 berufend, mit Recht verwirft und in dieser Mischnah im Gegcntheil den Beweis finden will, daß die Jungfrauen das Haupt bedeckt haben, worin wir ihm auch beistimmen müssen. Dort ist nämlich die Rede von den Zeichen, durch welche die Hochzeit einer Jungfrau von der einer Wittwe sich unterschied (und die in so fern von Wichtigkeit waren, als sie einen gerichtlichen Beweis abgaben, um die einer Jungfrau gebührenden 200 Suö zu erheben), dazu gehört auch, daß die Braut mit entblößtem Haupte, nach Nasch! (das. 15 b) mit über die Schulter herabwallcndem Haare aus dem väterlichen Hause hercmsgeführt wurde; aber daö beweist doch keineswegs, daß eine Jungfrau auch sonst so gegangen, und selbst in diesem Momente war sie mit dem (worüber in der Gemara 17 l, zwei Meinungen) bedeckt. Auf jeden Fall haben wir erfahren, daß daö Dloßtragen des Haupthaares als Unterscheidungszeichen zwischen Jungfrau und Mchtjungfrau (diese sei verheirathet oder nicht) germanischen Ursprungs ist, wo das Haar als Schmuck, der aber nur die Jungfrau zieren soll, betrachtet wird, ganz gegen die orientalische thalmndische Ansicht, der zufolge es die vorzüglichste Sorge einer Ehefrau sein muß, sich zu schmücken, um ihrem Manne zu gefallen, die aber im Entblößen des Haupthaares etwas Häßliches, eine Unan. siändigkeit und Frechheit zugleich sieht, ° das von jedem 6. Dafür würde bei uns das Barfußgehcn gelten, woran die Mischnah so wenig Anstoß nimmt, daß sie es am Vcrsöhnungstage auch den Damen zur Pflicht macht. (Vergl. Heft 2, S. 170). Ein Beweis, daß unsere Sitte auch zuweilen die strengere ist. Daö Bedecken des Hauptes gehörte auch bc! Mannspersonen zum Anstande (wie noch jetzt im Orient), mir "daß dic>e hierin wie in allem hiehcr Gehörigen sich freier bewegen' konnten, und deßlia'.b zuweilen unbedeckten Hauptes gingen t7tedarim20b). Ausgezeichnet Fromme nahmen es damit genauer, (Kiddiuchin 3l a), gerade so wie besonders sittsame Frauen auch zu Hause, wo cs gestattet