Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Noch ein Wort über das Haartragen der Frauen
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 3)
- Language
- German
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332 über daS Haartragen der Frauen. miwisseiiden Menge, die nie nach Grund und Ursache fragt) für ein Zeichen des Abfalls vom Judenthume, für eine Verleugnung deS einigen Gotteöl' Eine gleiche Bewandtniß hat eS nun mit dem sorgfältigen Verhüllen des Haupthaars, daS von Vielen als das religiöse Abzeichen einer jüdischen Ehefrau betrachtet wird. ES hat auch nicht leicht die Uebertretung eines der wichtigsten Neli'gioiiSgesetze in den jüdischen Gemeinden so viel Sensation erregt, so viele Verketzerungen und Verfolgungen erzeugt, wie die Hiuwegsetznng über diesen alte» Gebrauch, als sie zuerst von Einigen gewagt wurde. Frömmelnde Matronen fielen mit fanatischer Wuth über die armen Sünderinnen her, schrien laut über den unerhörten Frevel, von dem sie eine Versündigung (d. h. Bestrafung) der ganzen Gemeinde befürchteten, und ihnen ähnliche Nabbinen stimmten ein in das Zetergeschrei, drohcten mit dem Zorn des Himmels, wo sie nicht ihre Bannstrahlen schleudern durften, und erbitterten alle Vernünftigen gegen sich und gegen die — Religion; die meisten kannten ja keine andere als die, welche solche Lehrer lehrten.^ Eine solche Aufregung der blinden 3. Das!m Stindenverzcichnisse (rtAN ^5) verkommende womit der gemeine Jude das Entblößen des Hauptes zu bezeichnen pflegt, hat nicht wenig bckzetragcn, ihn i» dieser Ansicht zu bestärken. Giebt cs nicht deren »och jetzt, die sich zwar nichts daraus machen, mit unbedecktem Haupte hcrumjugchcn und zu essen, sich arer dennoch am Wersöhnungstage wegen dieser vermeintlichen Sunde, die sie morgen wieder begehen werden, an die Brust schlagen zu müssen glauben? Es ist daher Pflicht der Rabbiner und ReligionSlehrer, solche Mißverständnisse aufzuklärcn; denn nichts demoralisirt mehr als Zerfüllenhcit mit dem eigenen Gewissen, der Zwiespalt mag noch so unbedeutend sein, und der Wahn, daß man nicht Alles, was vorgeschriebe» ist, halten könne. 4. Es ist uns aus zuverlässiger Quelle berichtet worden, daß der jüdische Pöbel in einer Stadl des südwestlichen Deutschlands nach einer Dame aus einem sehr reichen und angesehenen Hause, die sich zuerst herausgenommen, mir Locken in der Synagoge zu erscheinen, mit Steinen