Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die zwei verschiedenen Betrachtungsweisen
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2929020-2929036-2929040-2931820--2438-2931873- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
33V I. Die zwei verschiedenen Betrachtungsweisen. reinen jüdischen Ideen in ihrer Einstimmigkeit mit der Wissenschaft, er verlangt deren volle Herrschaft über das Leben in allen seinen Aeußerungen und Gestaltungen, er verlangt, daß die Einrichtungen, in welchen sie sich darstellen sollen, ste in ihrer Klarheit zeigen, daß dieselben weder trübe und trübende Beimischungen enthalten, welche eine verkehrte Richtung zu geben geeignet sind, noch mit andern Lebensverhältnissen in derartigen Conflict treten, daß dadurch die Durchdringung' der Idee unmöglich gemacht werde. Der Rabbiner, seinen kleineren Kreis, die in ihm gegebenen Verhältnisse, das vorläufig erreichbare Gute sich vvrhallend, geht von dem Gegebenen aus, sucht dieses zu der Reinheit hinzuleiten, deren es unter den bestehenden Verhältnissen fähig ist, hebt die guten Seiten desselben hervor und bemüht sich, alle diejenigen möglichen Einrichtungen zu treffen, welche einen guten Erfolg versprechen. Sie haben verschiedene Auögangspuncte, aber müssen ein Ziel haben; der Eine kämpft gegen daS Bestehende, der Andere benüht eö, beide um die Herrschaft der jüdisch-religiösen Idee zu begründen, und so arbeiten sie einander in die Hände. — Freilich hat der Rabbiner, wie überhaupt ein jeder, der auf praktischem Gebiete steht, eine höchst schwierige Stellung. Ist er klar mit sich, daß Vieles unter dem Vorhandenen unausbleibliche Nachtheile mit sich verbindet, so wird eö ihm schwer werden, dasselbe zu bewahren; eS gibt ferner Dinge, welche sich nun einmal nicht von einer guten Seit« betrachten lassen, und hier muß er sich gedrungen fühlen, Hand anzulegen, und dennoch stehen noch manche Elemente, aus denen seine Gemeinden bestehen, auch diesen Verbesserungen entgegen, und was er vermeiden will, bricht doch aus, nur wegen scheinbar kleinlicher Dinge; er hat wieder Andere vor sich» deren gänzliche Abwendung von dem religiösen Leben er erblickt, und von denen er nicht hoffen darf, sie nach den bestehenden Verhältnissen zum Indenthume zurückzuführen, und er müßte