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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 3 · p. Seite 328

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 3
Article
Die zwei verschiedenen Betrachtungsweisen
Date
1839-01-01
Page
Seite 328 (sequence 8)
Language
German
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228 I. Die zwei verschiedenen Betrachtungsweisen. in allen religiösen Einrichtungen ein gediegener Kern, wenn auch aus diesem heraus die äußere Erscheinung nun sehr seltsam sein mag; dem Rabbiner muß es immer auf diesen Kern ankommen, und da sich dieser nun einmal in der bestehenden Form so äußert» so muß ihm auch die Form von Bedeutung sein, weil er in ihr den Anhaltspunkt hat, den darin verhüllten Gedanken eindringlich zu machen. ES könnte ihm, ja es müßte ihm angenehm sein, wenn sich der Gedanke in einer zweckmäßigeren Form darstellte; aber er benutzt eben, was da ist. Er weiß es auch, daß ein äußerer Halt nothwendig ist, baß sich leichter eine geheiligte Einrichtung nehmen läßt als geben, und indem er letzteres von der Zeit und von dem Jdeenverkehre hofft, so muß er immer die bestehende Einrichtung nach ihrer möglichen heilsamen Auffassung bewahren. Sein Lerhältniß zu dem kleineren Kreise, auf welchen sich seine Wirksamkeit beziehen soll, ist ein rein persönliches. Der Schriftsteller wirft seine Ansichten in seinen Kreis hinaus mit allem Nachdrucke und aller ihm möglichen Kraft, damit dieselben sich dann selbst ihre Bahn brechen, auch in dem Widerstande, welchen sie finden, ihre heilsame Wirkung auSüben, den Proceß in den Gemüthern Hervorrufen; wer er ist und wieviel man ihm zu vertrauen habe, braucht Niemanden zu kümmern, die Sache muß für sich selbst sprechen. Ob er dadurch an Zutrauen verliert und an Wohlwollen bei einem Theile derjenigen, an welche er sich richtet, kann ihm, in dem Vertrauen auf die Güte der Sache, welche er vertritt, nicht bange machen; in dem Kampfe, welchen die Gegner gegen das ihnen Widerwärtige beginnen, treten sie ihm näher, ringen sich zur Klarheit hinan, ohne daß sie selbst wissen: wie? und. nach redlich vollführtem Kampfe mit aller Erbitterung stehen sie einander näher, als sie je gedacht. So schadet seiner Sache die feindliche Begegnung nicht, und seine Person bleibt außer den Rücksichten, denn »er predigt nicht sich, sondern die Wahrheit.«

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