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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 3 · p. Seite 327

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 3
Article
Die zwei verschiedenen Betrachtungsweisen
Date
1839-01-01
Page
Seite 327 (sequence 7)
Language
German
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327 Der Schriftsteller und der Rabbiner. Wenn ich nnn der festen Ueberzeugung lebe, daß eine gründliche Heilung der Gebrechen, an welchen das Judenthum unserer Zeit leidet, nur auf jenem Wege erzielt werden kann, durch die unumwundene Enthüllung alles Ungeeigneten, durch die Nachweisung der schiefen Stellung, in welche wir gelangt sind: so bin ich doch sehr weit entfernt, daS andere, zwar sehr partielle, aber auch in gewisser Beziehung sicherere und friedliche Verfahren nicht in seinem vollen, oft selbst großartigen Werthe anzuerkennen, ich meine das Verfahren, welches der Rabbiner als solcher nothwendig zu befolge» hat. Während der Schriftsteller immer die gesammte Judenheit und die Verschiedenheit unter den einzelnen Theilen derselben und deren Stellung zum Geschlecht« der Gegenwart überhaupt im Auge hat, richtet der Rabbiner seine» Blick auf seinen engeren Wirkungskreis, seine Gemeinden, deren Bildungsstufe, deren gesellschaftliche Beziehungen. Viele Disharmonien, welche ein umfassender Blick gewahrt, schwinden oft in diesem enger» Kreise, indem bald die äußere Zeitbildung denselben noch gar nicht so mächtig berührt hat und er sich daher in seiner ursprünglichen Unschuld noch einige Zeit forterhält, bald auch Manches dort bereits so durchgedrungen ist, daß ein Kampf dafür nicht mehr von Nöthen ist. Was die Idee eng zusammenrückt, was sie in ihrer Conseguenz in ursächlicher Verbindung erblickt, ist im Leben oft seinweit getrennt; es gehört dies nun einmal zur Eigenthümlichkeit der menschliche» Natur, daß sie manche Gewohnheit in sich duldet, ja hegt, ohne deren Wurzeln zu bewahren und sie weitere Schößlinge treiben zu lassen. Dem Tieferblickenden stellt sich hier freilich ein Zwiespalt dar, der nach einer Seite hin gelöst werden muß; aber der Mann des praktischen Lebens mag sich wohl damit begnügen, die allgemeine Ansicht zu begründen und somit die schlimmen Folgen, welche die Gewohnheit haben könnte, zu verhindern und sie selbst dann als etwas Unschuldiges stehen zu lassen. Es liegt ferner

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