Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die zwei verschiedenen Betrachtungsweisen
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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S2Ü l. Die zwei verschiedenen Betrachtungsweisen. Unmuth auSzudrücken» und er finde seine Freude eben nur im Zerstören, während er seine nothwendige Bestimmung verfolgt und eine versöhnende Kraft in sich walten läßt, die hoch über allen Disharmonien steht» das Vertrauen auf den Gottesgeist über und in der Menschheit und deren einzelnen Theilen. Man wird einen solchen Schriftsteller zuweilen ziemlich unbequem finden; man läßt sich lieber in gewohnter Betrachtungsweise gehen, als daß man von vorn anfangend dieselbe umgestalte oder berichtige; man schlägt sich gern den Gedanken einer ungeeigneten Stellung aus dem Kopfe, wenn man ihn auch nicht leugnet; man achtet auch den gewöhnlichen Frieden mit seinen Nachbarn höher als die Eintracht mit der weltbeherrschenden Idee. Natürlich fällt da der ungestümme Mahner zur Last: »Soll ich denn immer zum Zweifel aufgerüttelk werden, während ich doch in mir einig leben könnte? soll denn der WehrmuthStropfen der Unbehaglichkeit mir stets neu eingegeben werden, da ich ihn doch ferne von mir halten kann? soll ich denn beständig an den Weltzusammenhang, an die Jdeenherrschaft und an das Zeitbedürfniß gemahnt werden, während ich mich auf das HauS beschränken möchte?" Da ist denn die Anschuldigung, daß der Schriftsteller zum Aeußersten greife, was doch störend sei, sehr leicht bereit. Doch weiß der Einsichtig« dieses Mittelding von Mag« und Anklage gehörig zu würdigen. Meine Leser werden mir, ich hoffe es und wünsch« es sehulichst, nicht diß Eitelkeit Zutrauen, als sähe ich kn mir den Schriftsteller nach dem Bilde, welches ich mir von einem solchen entwarf; die Richtung nur, welche ich zum Theile in dieser Zeitschrift anstrebt«, glaubte ich mit obigen Worte» andeuten zu müssen, und wie dieselbe ein« innere Nöthignng mit sich führe, gerade in einer bestimmten Weise sich zu äußern. Ob und in wieweit eS mir gelungen, durch Verbindung mit den gediegenen Kräften Anderer für den vorgefteckten Zweck zu arbeiten, unterliegt dem öffentlichen Urtheile.