Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Joseph Perl und die Schule zu Tarnopol
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 319 (sequence 8)
- Language
- German
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Nachrichten. 319 wie eS nun heilige, unabweiSliche Pflicht für die Freunde der letztem sein muß, ihr in der Heranwachsenden Generation eine feste und dauernde Stutze zu schaffen, so müssen fle auch mit Freuden gewahren, wie diese Generation, auch in sofern sie der reichern Klasse der Gemeinde angehört, durch den unmittelbaren oder mittelbaren Einfluß der Schule entflammt, mit freudigem Muthe ihr Herz erschließt den ernsten Mahnungen der Zeit, wie sie von einem Feuereifer für alles Gute und Edle beseelt, kräftig strcbt nach geistiger und sittlicher Veredelung, nach vielseitiger Ausbildung und zeitgemäßer Entwickelung. Sollten diese Wackern wohl mindern Eifer zeigen, wenn es dereinst gilt, die Interessen der Schule zu wahren? Sollten sie wohl zurückstehen, wenn eS gilt, die edelsten Zwecke der Menschheit zu fördern? — Nimmermehr! Laßt uns daher ruhig und getrost das künftige Schicksal der Schule in ihre Hände legen, und laßt uns zugleich fest vertrauen auf die wohlwollenden Gesinnungen der hohen Regierung gegen dieselbe, daß sie ihr auch fürder ihren allergnädigsten Schutz werde angedeihen lassen! Wenn wir nun die Resultate der bisherigen Leistungen dieser Anstalt zusammcnfaffen, so erblicken wir mehre Doctoren der Medizin, viele geschickte Wundärzte, viele fähige Lehrer und Erzieher, eine Menge Studirender, geschickte Kaufleute, tüchtige Geschäftsführer, fertige Handwerker, — die alle den ihnen von der Schule, als ihrer ersten Erzieherin aufgcdrückten Typus höherer Bildung — falls er nicht von einer hartnäckig widerstrebenden Individualität ganz zurückgewiesen oder verwischt worden — an sich tragen. Der vielseitig gelehrte, an intellektueller und sittlicher Vollendung hochgestellte Herr Bezalcel Stern, der gegenwärtig der israelitischen Lehranstalt in Odessa als Director versteht, dann ein bei eben dieser Anstalt, so wie drei an der hiesigen Hauptschule selbst angestcllte Lehrsubjecte, verdanken ihre erste Erziehung diesem letzter» Institute, an welchem Herr Stern auch durch eine Reihe von 10 Jahren, bis er nämlich den ehrenvollen Ruf nach Odessa erhalten, eine Lehrstelle bekleidet hatte. BeachtenSwerth ist es, daß dieser Mann, so wie viele andere, wenn auch Minderbegabte, ohne höhere Schulen besucht zu haben, sondern bloß auf der von dieser Anstalt gelegten Grundlage fortbauend und antodidaetisch sich sortbildend, jene mehr oder weniger hohe Bildungsstufe erstiegen haben, auf welcher sie jetzt stehen. Besonders wirksam und wohlthätig erwies sich der Einfluß der Schule auf die Handwerke. Hier hatte aber auch der treffliche Director, der sich mit gewohnter Energie und Thätigkcit der Sache annahm, wenn gleich begünstigt von der j Regierung, — der Zunftgewalt, dem Religionshasse und dem BrodneLde christlicher Handwerker gegenüber, einen schweren Kampf zu bestehend ES galt, die Mauer zu durchbrechen, die, ursprünglich von den Landcsgesetzen aufgcführt, nun aber bloß noch von den Zünften verteidigt, dem Juden zu so manchen Handwcrkszwcigen den Zutritt wehrte; cS galt, Handthierungcn schwererer Art. bet den Juden Ln Aufnahme zu bringen, und dadurch den Vorwurf der Arbeitsscheu und der Abneigung vor