Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Joseph Perl und die Schule zu Tarnopol
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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318 Nachrichten. zugleich einem Mangel abzuhelfen, welcher der Schule zum Vorwurf gemacht wird/ daß fie nämlich, wenn gleich für die, den Studien sich widmenden Jünglingen eine treffliche Grundlage, für die andern jedoch, die den Handel oder einen ähnlichen Berns erwählen, eine bloße Unterbrechung in ihrer beim Melamed begonnenen Laufbahn sei, die sie dann nach Beendigung der Schule, um nicht ganz müßig zu sein, wieder fortsetzen müssen, — erkannte der umsichtige und rastlos thätige Direktor die Zweckmäßigkeit und Nothwendigkeit einer höhern Unterrichtöanstalt, Welche mit der bestehenden in Verbindung gebracht, den Rabbinatsaspiranten die.Mittel zu bieten vermöchte, sich zu ihrem künftigen Berufe würdig vorzubereiten, — den sich für den Kaufmannsstand Entscheidenden aber die Zeit von ihrem Austritte aus der Normalschule bis zu ihrem Eintritte in das Geschäftsleben auf eine nützliche Weise zuzubringen. In dem der Negierung vorgelegten, wohlgeordneten Lehrplane, werden als Lehrgegenstände dieses höhern Kursus, der Ln sechs Jahrgängen bestehen soll, die ganze heilige Schrift, Eregctik, Thalmud, Logik des Thalmuds, Mephorschim und PoSkim, dann Stpl, Geschichte, Geographie, Naturgeschichte, höhere Rechenkunst, Buchhaltung, polnische und französische Sprache bezeichnet. Zur Unterbringung dieses höhern Instituts ist bereits über das frühere Gebäude ein zweites Stockwerk aufgeführt, und zugleich ein angrenzender Grund, nebst den erforderlichen Baustoffen zu einem neuen Anbaue angekauft worden. In diesen Unterricht sollen sich die befähigtem Individuen des gegenwärtigen Lehrpersonals und einige neu zu Lustallirende Lehrsubjectc theilen. ES wird nur noch die Genehmigung der hohen Regierung abgewartct, um dieses neue Institut ins Leben treten zu lassen; und wir können uns mit um so größerer Zuversicht der freundlichen Hoffnung überlassen, daß fie demselben mit ihrer Genehmigung und Unterstützung nicht entstehen werde, als sie bereits mehrmals, und namentlich in Ansehung einer Lehranstalt zur Bildung fähiger Rabbiner, Ln ähnlichem Sinne ihre Wünsche ausgesprochen. Durch dieses neu hinzukommende Institut würde sonach der Wirkungskreis der Schule bedeutend an Umfang gewinnen, und auch den Neichen jeder Vorwand benommen werden, sich von der Theilnahme an deren Wohltaten auszuschlkeßen. ES sind aber nicht sowohl die Zwecke, als vielmehr das Gedeihen der Anstalt und vorzüglich deren Aussichten für die Zukunft, welche durch die Theilnahmlosigkeit mancher wohlhabenden Gemeindeglieder leiden. Denn während die Verbreitung der Bildung und die Einführung einer geregelten Jugenderziehung, als die Hauptzwecke der Anstalt, mehr durch die aus der Schule entlassenen unbemittelten Jünglinge gefördert werden, indem diese, über ganz Galizien und den benachbarten Theil Rußlands sich ausbreitend, überallhin das Licht der Auferklärung und Erkenntniß tragen, und als Lehrer oder Erzieher überall den Samen des Guten Ln die jungen Herzen zu streuen beflissen sind; so sind es doch nur die wohlhabenderen Gemeindeglieder, in deren Händen die Zukunft dieser wohltätigen Anstalt ruht. Und so