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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 316

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Joseph Perl und die Schule zu Tarnopol
Date
1839-01-01
Page
Seite 316 (sequence 5)
Language
German
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31ü Nachrichten. ThalmudS, einem Lehrer der polnischen Sprach« und des Schönschreibens, einer Lehrerin der weiblichen Handarbeiten, einem Gehülfcn und vier Schuldienern. Außer der für die österr. Normalschulen vorgeschrittenen Lehrgegenständen und der polnischen Sprache/ sind an dieser Schule auch noch die NeligionSlehre nach Homberg und Densew, die heilige Schrift mit der Mendelösohn'schen Uebersetzung/ der Thalmud/ die grammatische Kenntniß der hebräischen Sprache nach GeseniuS und die religiösen Gebräuche — Gegenstände des Unterrichts für die Knaben/ wie es die weiblichen Handarbeiten für die Mädchen sind. Kein Kind wird aber eher zum Genüsse des deutschen Unterrichts zugelassen/ als bis es eine hinlängliche Fertigkeit im Lesen aller hebräischen Schriftarten erlangt hat. Um es hierin gehörig vorznbereiten und auch in der Folge/ bis zu seinem Austritte aus der Schule/ fortwährend darin zu üben/ sind ebendie gedachten SHuldiener bestellt. Die Schüler werden/ mit Ausnahme der Mädchen und derjenigen Knaben/ welche für das Studium des Lhalmuds noch nicht reif genug find/ durch 9 Stunden täglich/ und zwar von 8 bis 12 Uhr Vormittags und von 2 bis 7 Uhr Nachmittags/ unterrichtet; ausgenommen jedoch Freitag / an welchem nur des Vormittags / und Sonnabend / an welchem gar keine Schule gehalten wird. Von diesen Unterrichtsstunden sind die vormittägigen größtenteils den deutschen/ die nachmittägigen hingegen zumeist den hebräischen Lehrgegenständen gewidmet. Drese Unterrichtszeit scheint allerdings etwas überspannt; allein ein der Fassungskraft und den Neigungen der Jugend angemessener Unterricht, ein belebter und eindringlicher Vortrag und eine liebreiche Behandlung verfehlen ihre Wirkung auf die jungen Gemüther nicht / ihnen die Schule zu einem sehr angenehmen Aufenthalte zu machen/ so wie sie, vereint mit der freundlichen Lage und gesunden Beschaffenheit des Gebäudes, der trockenen/ geräumigen/ lichten/ luftigen und im Winter wohl erwärmten Lehrzimmer/ vollkommen dazu geeignet sind/ die Kinder an Seele und Leib zu stärken und zu kräftigen; während dagegen der noch viel längere tägliche Aufenthalt Ln den Hierlands bestehenden jüdischen Privatlehrstubcn — ChedarLm — / die feucht und schmutzig/ von mephitischcn Gasarten augcfüllt/ in einem engen Räume oft 40 — 50 zarte Kinder fassen müssen, verbunden mit dem kraft- und geistlosen Geist und Gemüth ertödtcnden Unterrichte des Melamed, sich trefflich dazu eignet, die zarte Jugend physisch und moralisch zu verderben. Das Schuljahr beginnt immer mit Anfang deS Monats Marcheswan, und endigt um die Mitte des Monats Ellul/ wo sodann in Gegenwart des Hrn. KrciShauptmannö/ oder eines der HH. Kreiscommiffäre, einiger Notabilitäten der Stadt und der Eltern der Kinder/ die Haupt-/ sowie am Schluffe des Winterhalbjahres/ in den ersten Tagen des Monats Nissan/ die Semcstralprüfung abgehalten wird. Bei solchen und ähnlichen Gelegenheiten pflegt cS die hohe Negierung nie an Belobungen

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