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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 315

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Joseph Perl und die Schule zu Tarnopol
Date
1839-01-01
Page
Seite 315 (sequence 4)
Language
German
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Nachrichten. SIS über jeden guten Fortschritt, den er wahrnahm, wie ein Kind frenend r und wie er dann, mit Lhränen in den Augen, Worte des Lobes «nd der Aneiferung an die Jugend, — der tiefsten Empfindung an die Eltern, — des Preises und rühmender Anerkennung an die Lehrer, und endlich der innigsten und freudigsten Theilnahme an dem guten Erfolge an den edlen Urheber richtete: „Sehen Sie," rief er dann, mit Begeisterung und mit Freudcnthränen in den Blicken, diesem zu, „sehen Sie, wohltätiger Mann! hier stehen die Kinder, und hier auch deren Eltern, die Ihnen beide so viel Dank schuldig find." Und alle Anwesenden vergossen Lhränen der innigsten Rührung. Dieser Edle wandelt nun unter den Seligen. Friede seiner Asche! — Durch ihn auf diese treffliche Stiftung aufmerksam gemacht, zögerte auch die russische Regierung nicht, deren Gründer, znm Zeichen ehrender Anerkennung seiner Verdienste, mit der großen goldenen russisch-kaiserlichen Ehrenmcdaille zu beschenken. Um die Mitte des Jahres 1619 geruhte die österr. Regierung, nachdem auch sie sich genügende Ucberzeugung von der Zweckmäßigkeit und Gemeinnützigkeit dieses Instituts verschafft hatte, dasselbe zu einer öffent-- lichcn Lehranstalt zu erheben, und zu deren Dotation eine Auflage auf das Koschcrflcisch in der Larnopole? Gemeinde, nachdem sich diese zuvor bereitwillig hierzu erklärt, zu bewilligen; während sie später auch die persönlichen Verdienste des edlen Stifters durch die Verleihung der Mittlern goldenen Ehrenmcdaille mit Oehr und Band, und durch ihr unumschränktes Vertrauen Ln allem, was Juden nnd Judcnthum betrifft, zu belohnen geruhte. Seinem unermüdlichen Eifer gelang es in der Folge, auch die übrigen Gemeinden des Kreises für die Schule zu gewinnen und dahin zu vermögen, sich jener Auflage nach einem vcrhältnißmästig kleinern Maßstabe willig zu unterziehen. Hicfür ward allen hicrkreisigen Gemeinden die Berechtigung zugestandcn , ihre Kinder in die Schule schicken zu dürfen, ohne das für Fremdkreisige festgesetzte Schulgeld von 3 fl. C.M. monatl. entrichten zu müssen. Nur die Vermöglichen sind nach Maßgabe ihrer VerrriögenSurriftände und der GewerbSllasse, zu welcher sie gehören, ein Schulgeld von 20 —45 kr. bis 1 ff. 30kr. C.M. monatl. zu zahlen gehalten. Nachdem nun der Schulfond auf diese Weise consolidirt war, trat der edelmütige Gründer des Instituts Gebäude sammt Einrichtung an die Gemeinde förmlich ab, ohne für die bedeutenden Summen, die er darauf verwendet, eine andere Vergütung anzusprcchen, als die, welche ihm sein uneigennütziger Edclmuth eingab. Er bcdnng sich nämlich, daß außer einigen Schulden von keinem großen Belange, aus dem nunmehr reichlich begabten Fond, auch noch alljährlich als ewige Leistung die flprozentigen Interessen von einem Kapitale von 2000 Gulden C. M. zu den von ihm zu bestimmenden wohltätigen Zwecken, auSbezahlt werden. Das Lehrpersonale, das sich seit der Entstehung der Schule bis nun größtenteils aus seinen eigenen Zöglingen rekrutirte, besteht gegenwärtig aus vier Lehrern der deutschen, zwei der hebräischen Sprache und des

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