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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 311

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Die Errichtung einer jüdisch-theologischen Facultät
Date
1839-01-01
Page
Seite 311 (sequence 3)
Language
German
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Nachrichten. 3!1 übergeben und sie von t-m übernommen wurde, das in ihm herrschende intellektuelle Princip auch auf sie ausdehnen müssen. Freilich bleibt es immer wünschenSwcrth, daß die Angelegenheit einer Negierung anvcrtraut wird, welche ihre wohlmeinenden Gesinnungen bereits in jeder Beziehung kund gcthan hat. — Dann aber hat man bei einem so dringenden Zeitbcdürfnisse, dessen Befriedigung zugleich eine großartige Erscheinung ist und der jüdischen Confessio« eine ehrenvolle Stellung einräumt, sich nicht einer unthätigen Furcht oder einem klugen, sehr wohlfeilen, krittelnden Behagen * hinzugeben, sondern man muß die verlangte Bürgschaft durch seinen Eifer sich erwerben. Wenn die Einsichtigen mit Ernst und Beharrlichkeit den Gegenstand unterstützen, so werden sic für ihre Ansicht den nöthigen Einfluß gewinnen. Ein Ausgeber, der Sache aus Bcsorgniß vor der Art, wie sie zu Stande kommen wird, ist daher eine nicht zu entschuldige Feigheit oder überhaupt Theilnahmlosigkeit an allem Großartigen. Man scheint auch Ln gewissen Kreisen seltsame Ansichten zu haben von der Freiheit, welche man dem Judenthume oder vielmehr seiner eignen Person bewahren müsse, und man fürchtet, daß diese „Freiheit" durch theologische Professoren gefährdet werde, und daß man an ihnen „Gtaubcnsrichter" bekomme. Man vergißt bei diesem Raisonnement nur, daß die jetzt herrschende Dissolution leinetwegs eine wahre Freiheit in, daß diese bloß Ln dem Hervorrufen eines besseren allgemeinen Zustandes gewahrt wird, nicht aber in den, Bestchenlaffen des Bestehenden, von den, man sich jedoch für seine Person abwendet; man vergißt, daß alles Bestehende, wenn cs nicht reformirt wird, durch sein Dasein Kraft genug hat, um sich neue Festigkeit zu erringen, daß daher durch das unthatige Geheulassen nicht ein Dahinsinken des Zeitwidrigen erzielt wird, sondern dasselbe im Gegenthcile sich über kurz oder lang neu erhebt; man Vergißt, daß akademische Lehrer gerade die Freiheit der religiösen Überzeugung, wie sie nach verschiedenen wissenschaftlichen Richtungen errungen wird, zu jeder Zeit vertreten und ein nothwendigcs Gegengewicht sind gegen etwa sich erhebende geistliche Anmaßung im Amte stehender praktischer Männer; man vergißt, daß bei dem vollen Eintritte der Juden in das Staatsleben, als einer gleichberechtigten Eonfcssion, auch eine coufessionelle Bestimmtheit, die zwar den Einzelnen nicht hemmt, und natürlich fortbildungsfähig ist, gefordert werden muß, und daß da der Wirrwarr Lu dem Verfahren, welches gegenwärtig die verschiedenen Negierungen gegen das Judenthum " Ich must hier ausdrücklich bemerken, dast ich hiemit durchaus nicht den Vrf. eines gegen den 0. PU.scheu Anfruf gerichteten Artikels im Frankfurter Journal meine; wenn ich in diesem auch Manches nicht billige und dort namentlich die Sache nicht über der Form, in welcher sie auftrat, hatte übersehen werden sollen, so weist ich doch vollkommen die gute Absicht des Referenten zu würdigen, und eS ist auch nicht zu verkennen, dast sich Hr. 1) PH. in manchen Ausdrücken, nud vielleicht selbst in dem Borschlage der Deputirtcnwahl etwas vergriffen hat. In Bezug auf legieren Punkt möchte ich den LomitöS und nicht den einzelnen Beisteuernden die Stimme einranmen.

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