Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Errichtung einer jüdisch-theologischen Facultät
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 310 (sequence 2)
- Language
- German
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31V Nachrichten. unterrichte erthettt wird; was sollte auch ein Seminar nützen für die große Anzahl von jüdischen Lehrern, deren wir in Deutschland bedürfen, und welchen man keine weiten kostspieligen Reisen zumuthen darf, wo noch hinzutriit, daß bei der Vorbereitung der Lehrer gar manche verschiedene Verordnung der einzelnen Staaten in Betracht zu ziehen ist. Wie tS scheint, tritt auch dieser Gedanke ganz zurück. Einer Facultät hingegen kann man gewiß diese Vorwürfe nicht machen. Die Anzahl der studirenden jüdischen Theologen muß, nach dem Verhältnisse der jüdischen Bevölkerung Deutschlands, sehr geringe bleiben, und cs möchte gerade der Zusammenfluß aus verschiedenen Gegenden notwendig sein, wenn die Anstalt eine praktische Wirksamkeit haben soll. — Die Frage über die Art der Einrichtung der Facultät ist vorläufig gewiß eine ganz überflüssige; die Männer, welche mit dem Vertrauen beehrt werden, die Lchrcrstellen einzunehmcn, werden in Verbindung mit der betreffenden Regierung schon die Einrichtungen zu treffen wissen, welche auch im Ganzen nicht sehr schwierig sein möchten, und die attmälig erlangte Erfahrung wird sehr bald auf den geeignetsten Weg führen. Schwieriger freilich sind die praktischen Vorbereitungen, da über die Richtung der Anstalt bis jetzt gar nichts Bestimmtes angegeben werden kann, und da nach dem Vorschläge des Hrn. v. PH. die von den Beitragenden beauftragten Abgeordneten bei einer aus diesen zusammengesetzten Versammlung berechtigt sein sollen, „das Statut der neuen Anstalt zu berathen, beider betreffenden Regierung die Concession derselben zu bewirken und die Männer zu berufen, welche fortan den jüdisch-akademischen Lehrcrsenat bilden und die Constituirung der Anstalt bewirken sollen," so hat man von mancher Seite Zweifel gehegt, ob denn auch das Institut, auf diese Weise ins Leben gerufen, nicht der heilsamen Bewegung im Gebiete der jüdischen Theologie hinderlich sein möchte. Hierauf habe ich zweierlei zu erwidern. Erstens wird es sich keine Negierung, und mit Recht, gefallen lassen, sich Vorschriften machen zu lassen über eine in ihrem Staate zu begründende Anstalt; cs kann daher gar nicht nach dem von Hrn. v. Ph. gemachten Vorschläge das Wesentliche in die Hände einer ans Privatleuten bestehenden Versammlung gelegt werden, es kann vielmehr deren Zweck nur dahin gehen, denjenigen dcutschen Staat zu bestimmen, welcher für eine solche Anstalt am geeignetsten ist, dessen Regierung dann dafür zu gewinnen, das Uebrige aber muß vertrauensvoll dieser überlassen werden, wobei man nur seine Wünsche zur Berücksichtigung empfehlen kann. Bei einer Negierung aber ist schon von vorn herein vorauSzusetzen, daß sie nur Männer mit gediegener akademischer Bildung beruft und, ferne von den unter den einzelnen Parteien der Juden etwa herrschenden Einseitigkeiten, Tüchtigkeit in der Wissenschaft zunächst berücksichtigt. Dieses Streben sehen wir überhaupt bei den meisten deutschen Negierungen vorherrschen, und selbst derjenige Staat, welcher bis jetzt bei der Wahl der Rabbiner gar keine Bürgschaft für deren wissenschaftliche Bildung verlangt, würde, falls ihm eine solche Anstalt