Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 296

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Christlich-theologische Zeitschriften [Nachricht]
Date
1839-01-01
Page
Seite 296 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2929020-2929036-2929039-2931617--2394-2931779
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

29S Nachrichten. ner nicht zu beobachten haben. Ln dem sonst hiedurch entstehenden doppelten untergeordneten Verhältnisse zu Gott und zu dem Manne begründet gefunden. Im V. 39 glaubt man eine Stütze für diese Ansicht zu finden, indem erstens gar nichts von der Opferung gesagt werde, hingegen zweitens hinzugefügt wird wqs nun übersetzt wird, und sie erkannte (fortan) keinen Mann, welches nach der andern Ansicht, wenn es auch auf die Vergangenheit bezogen werden sollte (und sie hatte re.), doch immer überflüssig flehen würde. Die Töchter Israels gingen nun jedes Jahrdie Einsame zu trösten oder zu preisen, wie man übersetzt. — Wie mir scheint, wäre man auf diese letzte Erklärung wohl nie gekommen, wenn nicht mehr oder weniger das schon den Alten inwohnende Bewußtsein von dem durch die Opferung geschehenen Unrechte, welches man nun ganz aus der h. S. tilgen möchte, dazu verleitet hätte. ES ist äußerst klar nach dem Texte, daß Jiphthach ein Gelübde gethan, ohne sich eine bestimmte Vorstellung zu machen von dem, was darunter begriffen sei; daß er zunächst an ein thicrisches Opfer gedacht, und daß dies selbst für einen großen Sieg nicht zu wenig sei in der Kindcrepoche der Geschichte, welche wir hier vor uns haben, wo man sich unter dem Fürsten von Gilead und dem Richter weiter nichts als einen Hordenanführer zu denken hatist gewiß; nur eben ist das, was in Jiphthachs Seele selbst unklar blieb, nicht zu strenge zu definiren. Diese Unbestimmtheit bewirkt nun das tragische Ende, daß die einzige geliebte Tochter, die noch dazu Ln jungsräulichcr Keuschheit gelebt hatte, also jung, brav und den Beruf des WeibeS noch nicht erfüllend, dem Opfcrtode verfiel, den sie mit großartiger Resignation übernimmt. Schön bemerkt Hr. Pischon, daß ebenso wie Limanthes auf seinem Bilde der Opferung Iphigeniens das Angesicht deS Agamemnon verhüllt habe, ebenso der Erzähler mit den einfachen Worten: er that ihr nach seinem Gelübde, über die schauderhafte That mit zartem Sinne -inweggeht. In dem Ausdrucke des Gelübdes V. 31 ist ebensowohl die Erklärung der Alten sprachwidrig, als die christliche Erklärung sinnwidrig/ Die Worte nrN"* V. 39 aber können nicht genommen werden, daß sie die Vollstreckung des Gelübdes enthalten; denn cS ist streng gehaltener Sprachgebrauch, daß wenn bei der Satzverbindung durch das Hauptwort dem Zeitwort vorgcsetzt wird, darin die Bedeutung des Plusquamperfekt, liegt, wie dies schon von Ewald (kl. Gramm. §. 478, S. 226 Ister AnSg.) angedcutet ist. Die Beispiele, welche Reggio anführt, wo der mit beginnende Satz die Folge des früher» enthält, gehören alle nicht hierher, indem da immer das Verbum Voraussicht, weßhalb auch überall entweder Futurum mit 1 oder Prät. mit conversivum steht. -- Daß nachmals gesagt wird, sie sei keines Mannes Weib gewesen, liegt eben darin, daß sie dadurch das Mitleiden, als eine vor der Erfüllung ihres Berufes dahin Geopferte, noch in höherem Grade Ln Anspruch nehme. -- möchte wohl am

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.