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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 295

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Christlich-theologische Zeitschriften [Nachricht]
Date
1839-01-01
Page
Seite 295 (sequence 4)
Language
German
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Nachrichten 2i)3 Erzählung von der Tochter Jiphthach'- (Nicht. 11, 30 ss.)z ein erster Aufsatz ergreift die Ansicht, mit Verwahrung gegen rationalistische Absicht, daß dieselbe bloß lebenslänglich Gott geweiht worden und daher Jung, frau geblieben sei, während Herr Prof. Pischon die andere Ansicht, daß die Opferung an ihr vollzogen worden, vertheidigt und dagegen von dem ersten Vers, mit Widerlegung der hier vorgebrachten Gründe an dem Früheraufgcstellten festgehalten wird. Im Ganzen werden keine besonders neuen Momente auf beiden Seiten geltend gemacht, wenn nicht die Tppik, welche von dem Gegner der Opferung stark zu Hülfe gerufen wird, als solche gelten soll. Beide verschiedene Ansichten haben schon unter den Juden ihre Anhänger gesunden. Die alteren hielten sich an den buchstäblichen Sinn und sahen Ln dieser Erzählung eine wirkliche Opferung, wie der Chaldäer, die Gemara* (Thaanith 4 a) und die Midraschim (Bercsch. rab. C. 60. Wajikra r. C. 37 und Koheleth rab. zu 10, 15.) dies thun, und Raschi folgt ihnen; hingegen entscheiden sich Cbn Csra (zu 5. M. 20, 20 und bei Abudraham 116b), Joseph Kimchi (bei David Kimchi z. St.), welchem sein Sohn David beistimmt, Lcvi den Verschon, Abrabanel und neuerdings Neggio in dem zweiten seiner Briefe für die bloße lebenslängliche Weihe. Daß dem Geiste deS Judenthnms ein Menschenopfer durchaus widerspricht, gestehen alle ein, und die Alten mißbilligen gleichfalls diese That, und zwar in der Art, daß das Gelübde ein unbesonnenes gewesen sei, und daß (Wie de.' Midrasch bemerkt) Jiphthach sich des Gelübdes hätte entbinden lassen können; die Gültigkeit desselben aber wird nicht angetastet. Die rabbimschen Crllürcr nehmen nun auch an, daS Gelübde habe volle bindende Kraft gehabt, nur daß sie die Worte, in welchen dasselbe ausgesprochen wird (V. 31), anders erklären und hierin eine Wahl unter zweierlei Arten von Weihe ausgesprochen finden; das Erste, welches ans den Hausthürm Jiphtach cntgegcntrcte, solle entweder Gott geweiht sein (wenn es nämlich zum Opfer nicht tauglich sei, wenn ein Mensch oder unreines Lieh zuerst hcraustritt) oder er werde eS zum Opfer darbringcn (wenn cS tauglich sei). Demnach wäre natürlich Jiphthach zu weiter nichts als zur Weihe verbunden gewesen. Der neueste christliche Vertheidiger dieser Ansicht giebt dem Gelübde diese Wendung, daß das Opfer auch im geistigen Sinne zu fassen sei, was wir oben als typisch bezeichnet haben. Der Schmerz des Vaters und die zwei Trauermonate der Tochter werden der ewigen Jungfrauschaft der Tochter, die das einzige Kind war, zugeschrieben, und diese Versagung der Ehe, welche Gott geweihte Män- * Daß die Gemara durchaus so erklärt werben müsse und nicht für die andere Ansicht gedeutet werden könne, wie Neggio will, geht aus der Zusammenstellung mit der Opferung deS Lohnes Mescha'S. des Königs von Moab, und der deS Isaak hervor.

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