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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 297

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Christlich-theologische Zeitschriften [Nachricht]
Date
1839-01-01
Page
Seite 297 (sequence 6)
Language
German
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Nachrichten. 2V7 besten in der Bedeutung: m!t Wechselgesüngen feiern, zu nehmen sein, seien diese nun zum Lobe oder zur Klage angestimmt. (Emancipation.) Die Frage über die bürgerliche Stellung der Juden ist in keinem deutschen Staate außer in Kur-eflen völlig gelöst-, und ihre Lösung liegt so einfach in der Gleichstellung der Juden. Man hat im Gegenteile seit einigen Jahren wieder bedeutende Rückschritte gemacht. Nicht als seien den Juden Ln manchen Staaten wieder wohlerworbene Rechte entzogen worden — wie dies etwa nach Abwertung der Fremdherrschaft geschah —; dahin kömmt es. Gottlob! nicht, da die Erweiterungen, welche ihnen zu Theil geworden, von der öffentlichen Meinung Schritt vor Schritt gewonnen worden sind und vollkommen feste Wurzel in derselben haben. Es ist nun einmal dem Charakter dcS Deutschen gemäß, daß er sich nur langsam den Ansichten über Standcöunterschicde entwindet; aber die einzelnen Unterscheidungen, welche dem, das ganze Volk durchdringenden, erleuchteten Geiste weichen mußten, können nnn nicht mehr wieder inSLeben treten. ES gicbt aber Zeiten, in denen Ideen mit gewaltsamer Macht in daS alltägliche Leben der Völker cinbrcchen und dasselbe beherrschen. Hat die Gewalt derselben so lange angedaucrt, daß sie ans dem Reiche des Gedankens und der Begeisterung in das Innerste des Herzens eingcdrungcn und zum uncntrcißbarcn Gute geworden sind, dann bleiben die Gesinnungen auch dann, wenn das Volk wieder in seinen gewöhnlichen Stand zurückfällt; ist aber das ideelle Leben nur kurz gewesen und folgt der erhebenden Gemüthsstimmung sehr bald die nüchterne Trivialität, so hat auch keine einzelne der Idee entstammende Anforderung Wurzel schlagen können, und was man in der Zeit des Rausches mit edlem Eifer gewollt, aber noch nicht ausgcführt, darauf siebt man nun trübselig und mürrisch verleugnend zurück, wie nach einer durchschwärmtcn Nacht. — So ist cs nun unS ergangen ln den letzten Jahren. Seit 1830 batte die Idee der Freiheit, der Gleichheit die Gen'üthcr lebhaft bewegt und zuweilen sogar betäubt, «nd man mochte da mit eitlem starken Schritte zu dem gelangen, was in dem gewöhnlichen Laufe der Dinge mehrer Zeitalter zu seiner Entwickelung bedurfte. Da war es, wo die kurhessische Ständcvcrfarnmlung die Juden als Brüder Lu vollstem Sinne des Wortes begrüßte; da hatte die baierische, die sächsische Kammer Ln die Negierung gedrungen, Gesetzentwürfe zur Gleichstellung der Juden vorzulegen, und selbst da, wo man in der ersten Zeit die Consequenzcn der Idee, welche man zu besitzen sich schmeichelte, in Bezug auf diese Frage verleugnen wollte, in Baden, gewannen dieselben doch immer mehr Raum, wenn sie auch nicht durchdringen konnten. Allmälig aber kühlte sich die Begeisterung ab, und es liegt uns nicht ob, die Gründe dafür aufzusuchen. So war es natürlich, daß die bürgerliche Gleichstellung der Juden, insofern sic bloß als Folge der allgemeinen FreiheitSanficht zu betrachten wäre, gleichfalls nicht mehr das Interesse so sehr Ln Anspruch nehmen konnte, und an denselben

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