Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Christlich-theologische Zeitschriften [Nachricht]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2929020-2929036-2929039-2931617--2392-2931777- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2V4 Nachrichten. schlug, wie man nur konnte, möchte keine große Achtung der Christen für dieses göttliche Zeichen beweisen. Der Jude sei frei in seinem Kommen und Gehen: was heißt dies? etwa man verschließe nicht den Mutter- Leib — weil man nicht kann — und halte den Todesengel nicht ferne — waS gewiß keiner Empfehlung bedarf? oder man lasse ihn LnS Land kommen und auch wegziehen, wie er will? Ich weiß eS nicht; nur soviel weiß ich, daß das Erste ein Unsinn ist, das Zweite mit den allgemeinen Gesetzen solcher Staaten, welche die Aufnahme von Bürgern überhaupt an Bedingungen knüpfen, im Widerspruche steht, beides aber gegen die Praxis der Gegenwart ist. Denn allerdings verhindert man sein Kommen in die Welt, indem man der Verehelichung in vielen Staaten große Hinderniffe in den Weg legt, und sein Einziehen in das Land, oder aus einem Theile desselben in den andern, ist im höchsten Grade erschwert. Daß er die Hütten der Christen offen und ihre Herzen milde gestimmt finde, find eben wieder Phrasen, die, wenn sie auf bestimmte Begriffe zurückgeführt werden sollen, als Schaum zergehen. Nun aber kömmt der Hauptpunkt: „er habe keinen Theil an unfern Bürgerrechten und Lasten; unsere Kriege fechte er nicht mit." Daß der Vf. unter Bürgerrechten etwas anderes versteht, als das Recht, zu StaatSämtcrn zu gelangen, ersieht man aus dem Folgenden, also auch andere Rechte seien ihn: nicht gewährt; aber freie Gewerbe habe er dennoch: was sind dies nun noch für andere versagte Rechte? Auch die Lasten trage er nicht und thue keine Kncgesdicnste; warum LrLLL der Vf. hier nicht, ernst zurechtweisend die Staaten, auf, die alles dies schon längst verlangen, so daß der Jude überall nicht bloß gleiche Lasten, sondern größere trägt, nicht bloß im Kriege mitsicht, sondern an diesem Dienste einen größern Antheil nimmt , da er dafür keine Compensation durch militärische Ehrenstellen zu erwarten hat? — ES ist diese Stelle eben wie die ganze Anzeige — Leeres Gerede, von Weihrauchdunst umgeben, jene erlogene salbungsvolle Sprache, die alles inner» Markes entbehrt, die mit Glauben und mit Liebe prunkt und von beiden nichts besitzet. LsbrlgenS hat der lügnerische Christentum, welcher zu diesen Expektorationen Veranlassung gegeben, wieder neuerdings in „religiösen Rhapsodien" viel „blasse" Poesie geliefert und seine Ehrfurcht vor allem Bestehenden in hohem Grade betheuerr, mag eS auch unter sich Lm greulichsten Widerspruche stehen; er ist daher zugleich Jude und Christ und Mohammedaner und FeÜschanbcter, kurz was man verlangen kann, denn diese Religionen bestehen. Und waS eigentlich'so recht besteht und festen Bestand sichert, das hat er in seiner „Lpra und Harfe? offenbart, nümlich das Gold, vor dessen Repräsentanten er niederkniet. Ich gebe diese Notiz bloß nach Hörensagen, denn dieses letztere Product ist mir bis jetzt unbekannt geblieben, und es wird mir es wohl auch bleiben. In dem September- und Octoberhefte derHengstenbergsschen „evangelischen KLrchenzeitung" 1637, ist eine DtScussion eröffnet über die