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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 289

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Jüdische Zeitschriften [Nachricht]
Date
1839-01-01
Page
Seite 289 (sequence 4)
Language
German
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28V Nachrichten. nicht zu schaden, so wollte man hier gleichfalls das alte Judenthum ignoriren und, ohne in eigentlichen Kampf mit ihm zu treten, nur philosophisch construiren; jenes blieb nur noch ein Zweig der historischen Gelehrsamkeit, deren äußere Seite, den bibliographischen und biographischen The.il in Verbindung mit der äußern Geschichte der Inden, nicht des .Judenthums, man allein gern behandelte. In dem ersten Zweige begann schon damals Zunz seine umfassenden Studien, sowie er Proben davon, seine Biographie Naschi's, seine Untersuchung über die in den Gutachtensammlungcn vorkommenden Ortsnamen, in dieser Zeitschrift niederlegte;,' diesen schloffen sich die Untersuchungen von GanS an über die Gerichtsverfassung unter den Juden und historische Darstellungen. Allein es mußte sich bald sichtbar machen, daß man im Grunde mit diesem Bestreben ziemlich außer dem Bereiche der lebendiggcschichtlichen, organischen Entwickelung innerhalb des JudenthumS gcrathcn sei und auf dem rcingelehrten Boden stehe, und dafür konnte natürlich kein Publicum vorhanden sein. Die äußern Hemmnisse, welche gerade damals dem bürgerlichen wie religiösen Anfstreben der Juden in jener Gegend, die diese Zeitschrift erzeugte, cntgegcntratenknickten sie nun gänzlich vor ihrer vollen Entfaltung. — In anderer Weise hatte Herr v. Ereizenach, damals in Mainz, im Jahre 1824 durch seine Zeitschrift „Geist der pharisäischen Lehre" seine seitdem so umfassende Wirksamkeit begonnen; er wollte namentlich mit dem Thalmud und den Nabbincn die Perseetibilität des Judeuthums erweisen, ein Bestreben, das noch vielfach versucht wurde. Auch sic konnte, bei einzelnem sehr Beachtenswerten, sich nicht erhalten, besonders zu einer Zeit, wo man zwar von Seiten mchrer Staaten an Unterstützung von Verbesserungen im Innern des jüdischen Lebens dachte, aber doch die Gebildeteren unter den Juden selbst sich zurückzogcn, die Rabbiner noch sehr wenig in solche Anforderungen willigten. — In den österreichischen Staaten, deren östlichere Tbeile noch mehr den Charakter der alten Zeit an sich trugen, schlug man wieder den Weg der „Sammler" ein und gründete zu diesem Bchufe die „Erstlinge der Zeiten," und sie erhielten sich Ln der That länger als man hätte vermuthen sollen, aber doch kaum dem Namen nach in dem Westen bekannt, und mußten gerade zur Zeit, als sie durch des trefflichen Rapoport ausgezeichnete historisch-kritische Leistungen hätten rcgenerirt werden können, wegen früheren Siechthums verscheiden. Unterdessen waren wieder viele Vorbereitungen geschehen zur inncrn Umgestaltung des Judeuthums; die Zahl der Rabbiner, welche die Bildung der Zeit in sich ausgenommen hatten, nahm immer mehr zn, und was früher das Eigentum einzelner Gelehrten und Höhcrgcbildcten war, sollte nun durch sie dem Judcnthume ungeeignet werden; eS war dadurch ein Kampf im Schooßc der Gemeinden vorbereitet, der zwar meist sorgsam vermieden wurde, aber doch allmälig Ln einzelnen Aeußerungen ausbrechcn und sich verbreiten mußte. Auf der andern Seite aber war die Iüd. Zeitschr. IV. Bd. 19

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