Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Zeitschriften [Nachricht]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 3)
- Language
- German
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288 Nachrichten. in dem lebendigen Wechselverkehre mit der Zeit stehen konnte, und welcher diese nahe gebracht werden sollte^ aber nicht für die Juden als Bekenner des JudenthumS. , Sie mußte daher nach einigen Jahren eingehen, und so oft später der Versuch gemacht wurde, dieselbe in ähnlicher Weise fortzusetzen, so konnte sie doch nie mehr kräftig auferstehen z ihr Lebenselement war erschöpft. Allmälig drangen die früheren schönen Bestrebungen durch; hie und da an größeren Orten angelegte Schulen brachten eine ganz neue Generation aus ihrem Schooße, der Umschwung der Zeitverhältnlsse, welche den Juden eine freiere Bewegung gestatteten und die Verbindungen mit ihren christlichen Mitbrüdern eröffnetcn, erzeugte neue Bedürfnisse: Neformirung des Cultus und die Annäherung der Juden an ihnen früher verbotene GewerbSzwcige, die ihnen hie und da geöffnet und als besonders dem Staate nützlich betrachtet wurden, wurden die vorzüglichsten Auf-, gaben. ES schien ebensowohl nöthig, die Juden durch einzelne Beispiele, welche besonders durch den unermüdlich thätigen Jacobson gegeben, veranlaßt und uuterstüht wurden, zu ermuntern, als den Christen zu zeigen, wie sehr die Juden beflissen seien, die Anforderungen zu erfüllen, welche man an sie stellte. Es bildeten sich hiefür Organe in deutscher Sprache, die Sulamith unter der Redaction des v. Fränkel, und Jedidia unter der Nedacti.on des v. Heinemann. Die crstcrc besonders war für die damalige Zeit, das Ende des ersten und den Anfang des zweiten JahrzehendS unscrs Jahrhunders, nicht ohne Nutzen, obgleich sie eines recht kräftigen, selbstständigen Elementes entbehrte. Man war damals in den gebildeten Kreisen genügsam, freute sich mit einer Predigt, nahm lebhaften Antheil an einem Israeliten, der sich dem Handwerk widmete, bewunderte einen jungen Mann, der einen schönen deutschen Aufsatz schrieb, war entzückt über eine humane Aeußerung einer hohen Person , und über eine Auszeichnung, welche einem Juden widerfuhr, schlugen die Herzen in unendlicher Dankbarkeit. — Aber auch diese gutmuthige Gemüthlichkeit schwand, jemchr die Wissenschaft ächte Priester unter den Juden fand und jemchr die Hoffnungen der Juden auf eine Besserstellung im Staate der Erfüllung entbehrten. Man fand cs nachgerade unbehaglich, noch immer den Christen zu sagen, sie möchten mit mitleidiger Liebe auf die Juden herabsehen, welche so hübsch artig ihnen nacheifertcn, und man schäinte sich daher entweder ganz aller jüdischen Bestrebungen, oder man wollte, von dem Bisherigen abgewandt, mit aller Kraft etwas ganz Neues und Ekgenthürnliches schaffen. Sowie sich dies letztere Bestreben in den Lempeleinrichtungen gezeigt hatte, so fand cs literarisch Ln anderer Weise sein Organ in der „Zeitschrift für Wissenschaft des Judenthums," unter der Nedaction des Hrn. v. Zunz im I. 1822. ES regten sich hier trefflich begabte. Ln jugendlicher VLüthe stehende Männer. Aber sowie man früher das Judenthum nicht zu berühren wagte und die in ihm aufgehäuftcn Mißbräuche Lgnorirte, um nur der Aufklärung